LANGZEITVERHALTEN VON BITUMINOESEN DRAENBELAEGEN. TEIL 1: LAERMVERHALTEN VON DRAINBELAEGEN

Bei den Draenbelaegen wurde die Zunahme des Laermpegels bei zunehmendem Alter bestaetigt. Zudem konnte bei dichten Belaegen eine Zunahme und bei einigen anderen dagegen eine Abnahme festgestellt werden. Die Zunahmen beziehungsweise Abnahmen erfolgen jeweils im Rahmen des Beobachtungszeitraums praktisch linear. Vor allem im hoeheren Geschwindigkeitsbereich verlieren die Draenasphaltbelaege die gute Eigenschaft des guenstigen Laermverhaltens. Die Abhaengigkeit des Laermpegels von der Geschwindigkeit kann mit einer quadratischen Funktion sehr gut beschrieben werden. Die Zunahme des LMA-Wertes betraegt dabei im Bereich von 60 bis 80 km/h in etwa gleich viel, wie in dem von 80 bis 120 km/h. Mit den ermittelten Werten kann fuer verschiedene Belagsarten ein geschwindigkeitsabhaengiger LMA-Wert zufriedenstellend genau berechnet werde. Bei hoeheren Geschwindigkeiten weisen die offenporigen Belaege gegenueber den dichten Belaegen ein eindeutig niedrigeres Laermverhalten auf. Dieser Unterschied kommt dagegen im unteren Geschwindigkeitsbereich nicht zum tragen. Feinkoernige Belaege haben zudem bei niedrigen Geschwindigkeiten einen niedrigeren Laermpegel als die grobkoernigeren. Vorteile bieten die Draenbelaege auch bezueglich des guenstigen Laermverhaltens im Frequenzbereich 1.25, 1.6 und 2 kHz. Zwischen dem Grad der Abnahme der Durchlaessigkeit und der Zunahme des Laermpegels bei zunehmendem Alter kristallisieren sich keine klaren Abhaengigkeiten heraus. Einzig zwischen der Hoehe des Durchflusswertes und des Laermpegels besteht zumindest beim Draenbelag 0/16 der Zusammenhang, dass groessere Durchlaessigkeiten auch niedrigere LMA-Werte ergeben. Zum Teil kontraere Resultate ergab der Vergleich des Laermpegels mit belagsspezifischen Groessen der einzelnen Messstrecken. So bewirkt ein grosses verfuegbares Volumen beim Draenbelag 0/16 auch einen tieferen LMA-Wert, waehrend beim Draenbelag 0/10 genau das Gegenteil der Fall ist. Die hier vorliegenden Erkenntnisse lassen den Schluss zu, dass aus Gruenden des Laermschutzes der Einbau von Draenbelaegen bei Strecken mit einem niedrigen Geschwindigkeitsniveau nicht unbedingt sinnvoll ist und durchweg Alternativen durch Benutzung anderer Belagsarten bestehen. Die laermmindernde Wirkung der Draenbelaege kommt dagegen bei Strecken mit einem hohen Geschwindigkeitsniveau zum tragen. Ein Einsatz kann aber nur unter Beruecksichtigung aller fuer Draenasphaltbelaege wirksamen und bedeutenden Faktoren wie Durchlaessigkeit, Griffigkeit, Winterverhalten, Unterhalt und so weiter erfolgen. Die Abhaengigkeit des Laermpegels von der Oberflaechenstruktur der einzelnen Belaege und Messstrecken wurde wie bereits erwaehnt an dieser Stelle nicht untersucht und waere deshalb in einem naechsten Schritt zu pruefen. Daneben muessen im weiteren auch ueberprueft werden, ob und in welchem Rahmen sich das Frequenzverhalten im Laufe der Zeit aendert. Gegenstand einer weiteren Untersuchung sollte auch ein allfaellig bestehender Zusammenhang zwischen Belagstemperatur und Laermpegel sein. Der Einfluss der Belagstemperatur ist zum heutigen Zetpunkt noch unbekannt und koennte erst nach der Durchfuehrung gezielter Messungen ermittelt werden. Dieser Bericht beendet die unter IDS-Nummer 704007 beschriebene Forschungsarbeit.

  • Corporate Authors:

    VEREINIGUNG SCHWEIZERISCHER STRASSENFACHLEUTE (VSS)

    SEEFELDSTRASSE 9
    ZUERICH,   SUISSE  CH-8008
  • Authors:
    • ISENRING, T
  • Publication Date: 1991-7-31

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 54S
  • Serial:
    • Issue Number: 223

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01249394
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Nov 20 2010 5:01AM