MOFA ZWISCHEN VELO UND AUTO

Das Mofa vermag in staedtischen Gebieten vielfach mit dem Motorfahrzeugverkehr mitzuhalten. Aus Sicherheitsgruenden - das Mofa gehoert zu den schwachen Verkehrsteilnehmern - ist eine Trennung von Auto und Mofa oft wuenschenswert. Das Ausweichen auf Radwege oder auf aehnliche Verkehrsflaechen laesst jedoch neue Sicherheitsprobleme entstehen. Obwohl im rechtlichen Sinn und bezueglich technischer Ausruestung dem Velo gleichgestellt, unterscheidet sich das Mofa von diesem neben der passiven Fortbewegung durch die hoehere Masse und Geschwindigkeit, sowie durch die hoeheren Emissionen. Bei der Zuordnung des Mofas besteht offensichtlich ein Zielkonflikt, in dem die Unfallstatistik fuer die Zusammenfassung mit dem uebrigen Zweiradverkehr spricht, waehrend die unterschiedliche Charakteristik von Mofa und Velo die gegenseitige Vertraeglichkeit in Frage stellt. Diese Problematik des Mofaverkehrs ist durch die fortschreitende Entwicklung des Mofas vom anfaenglich motorisierten Fahrrad bis zum 2-Gang Motorfahrrad entstanden. Eine klare Abgrenzung des Mofas gegenueber den anderen Fahrzeugen ist noetig, damit Zuordnungskriterien fuer verschiedene Anlagetypen geschaffen werden koennen. Mit dem vorliegenden Bericht wurde versucht, anhand detaillierter Unfallauswertungen die spezifischen Probleme des Mofas bezueglich Fahrverhalten und Sicherheit im Mischverkehr beziehungsweise auf Radwegen zu untersuchen. Die gewonnenen Erkenntnisse geben Antwort auf folgende Fragen: - wie und wodurch grenzt sich das Mofa gegenuber Velo und Auto ab? - wie hat die Zuordnung des Mofas auf verschiedene Verkehrsanlagen zu erfolgen, und wie ist die Sicherheit zu beurteilen? - genuegen die heutigen Zulassungsbestimmungen fuer Mofa und Mofafahrer, oder bedarf es Aenderungen? - welche Verbesserungen beim Fahrzeug und der Ausruestung sind fuer die Erhoehung der Verkehrssicherheit notwendig? Dem Schutz des Mofafahrers ist aufgrund des gleichen Gefaehrdungsempfindens, sowie der aehnlichen Unfallgefaehrdung wie beim Velofahrer analog den bisherigen Forderungen fuer den Velofahrer durch weitestgehende Verkehrstrennung Rechnung zu tragen. Das Mofa gehoert wie das Velo ausserorts moeglichst auf Rad- und kombinierte Rad-/Gehwege. Im Innerortsbereich sollten auf Hauptverkehrsstrassen dort, wo der bestehende Strassenraum es zulaesst, der Mofa- wie der Velofahrer durch Radstreifen geschuetzt werden. Vorbehalten bleiben spezifische Verhaeltnisse bezueglich Raum, Nutzung, Parkierung und anderen Kriterien der Strassenraumfunktion und Strassengestaltung in engen, intensiv genutzten Ortskernen. Auf Radwegen ist die Vertraeglichkeit von Mofa und Velo gewaehrleistet. Der Geschwindigkeitsunterschied wirkt sich nicht bemerkbar auf das Unfallgeschehen aus, hingegen ist die gegenseitige Wahrnehmung - insbesondere zwischen Mofas - auf Radwegen im Gegenverkehr zu verbessern, da eine erhoehte Gefahr von Frontalkollisionen bei Mofas auffallend ist. Die Zulassung der Mofas auf gemeinsamen Flaechen mit Fussgaengern ist aus sicherheitstechnischen Ueberlegungen dann gerechtfertigt, wenn die Anlage eine gerichtete Verbindung darstellt, und die vorgeschriebenen Minimalbreiten garantiert sind. Das sind namentlich Rad-/Gehwege respektive urspruengliche Trottoirs mitnachtraeglicher Zweiradzulassung. In immissionsempfindlichen Gebieten istfallweise abzuwaegen. Eine Mofazulassung in Fussgaengerzonen ist primaer aus Gruenden der Emissionen und der Moeglichkeit der aggressiveren Fahrweise ganz auszuschliessen. Verbesserungen an Fahrzeug und Fahrerausruestung draengen sich hinsichtlich der Wahrnehmung und Zeichengebung auf. Die Unfallgefaehrdung der Motorfahrer besteht insbesondere bei Ab-, Einbiege- und Kreuzungsmanoevern an Einmuendungen und Kreuzungen infoge schlechter Wahrnehmung des Mofas durch andere Verkehrsteilnehmer oder schlechter Zeichengebung der Motorfahrer. Empfohlen wird das Einschalten des Abblendlichtes auch tagsueber, die Ausstattung mit Speichenreflektoren, die Rueckspiegelpflicht, sowie ebenfalls die Ausstattung mit Richtungsblinkern. Die Hoechstgeschwindigkeit des Mofas bedarf keiner Aenderung, hingegen sind durch entsprechende Konstruktion der Bestandteile Abaenderungen des Motors ("Frisieren") vermehrt zu verhindern. Das Mofas soll wieder in Richtung motorisiertes Fahrrad entwickelt werden. (A)

  • Corporate Authors:

    VEREINIGUNG SCHWEIZERISCHER STRASSENFACHLEUTE (VSS)

    SEEFELDSTRASSE 9
    ZUERICH,   SUISSE  CH-8008
  • Authors:
    • WEBER, W
    • SCHIRATO, P
  • Publication Date: 1991-6-30

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 53+IIS
  • Serial:
    • Issue Number: 219

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Filing Info

  • Accession Number: 01249389
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Nov 20 2010 5:01AM