ZUR VERKEHRSMEDIZINISCHEN BEDEUTUNG DER HYPOGLYKAEMIE

In der alten Bundesrepublik leben circa 1,8 Millionen Diabetiker, im Ergebnis 3 Prozent der Bevoelkerung. 3 Prozent der Kraftfahrer leiden unter Diabetes, wobei deren Unfallquoten nicht generell hoeher sind als die anderer Fahrer. Zu einer Hypoglykaemie kommt es bei einem Abfall der Blut-Glucose-Konzentration unter 50 Milligramm, Symptome koennen waehrend eines raschen Abfalles auch bei hoeherer Konzentration schon auftreten. Ursachen koennen Diaetfehler, erhoehte Koerperaktivitaet, Dosiserhoehung von Antidiabetika, Wirkungsverstaerkung derselben durch andere Pharmaka sowie Alkoholgenuss sein. Kraftfahrende Diabetiker muessen vom behandelnden Arzt ausfuehrlich ueber Fragen der Verkehrstuechtigkeit, Warnsymptome bei drohender Unterzuckerung, strikte Einhaltung der Diaet und medikamentoesen Therapie vor Fahrten sowie die Alkoholabstinenz aufgeklaert und entsprechend dokumentiert werden. Im Rahmen einer rechtsmedizinischen Begutachtung von Unfaellen aufgrund einer Hypoglykaemie sollte die Frage nach dem Vorhandengewesensein von Warnzeichen und der Verfuegbarkeit von Zucker zur schnellen Bekaempfung des Zustandes besonders eruiert werden. Alkohol kann Hypoglykaemien induzieren und deren Symptome maskieren. Der behandelnde Arzt kann im Falle eines uneinsichtigen Diabetikers zur Durchbrechung der Verschwiegenheit gezwungen sein. Vortrag gehalten beim 45. Kolloquium ueber rechtsmedizinische Fragen am 27.05.1988 in Wuerzburg.

  • Authors:
    • HEIN, P M
  • Publication Date: 1991

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 14-9
  • Serial:
    • Arzt und Auto
    • Volume: 69
    • Issue Number: 9/10
    • Publisher: Kraftfahrverband Deutscher Aerzte EV

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01249252
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Nov 20 2010 4:59AM