INGENIEURBAUWERKE AN STRASSEN - GESTALTUNGSAUFGABEN FUER INGENIEURE UND ARCHITEKTEN

Ingenieurbauwerke an Strassen, das heisst Bruecken, Stuetzwaende und Tunnelportale, sind durch die Topographie, die Trassierungselemente der Strasse und statisch-konstruktive Erfordernisse gepraegt. Ihre Gestaltung ist in zunehmendem Masse der Kritik der Oeffentlichkeit ausgesetzt. Im Auftrag des Bundesministers fuer Verkehr gibt der Autor anhand ausgefuehrter Bauwerke Anregungen zur Gestaltung, die er als "Synthese von Funktion, Umweltanpassung, Konstruktion und Architektur" auffasst. Bei Bruecken dominiert die Konstruktion, die klar erkennbare Tragwirkung. Grundlage einer guten Gestaltung ist die harmonische Proportionierung der einzelnen Bauglieder. Der Architekt soll keinen ueberfluessigen Zierrat hinzufuegen, sondern das Gute hervorheben. Der Ueberbau soll moeglichst schlank erscheinen, das geschieht unter anderem durch weitauskragende Gehwege. Die Stuetzen werden auf die Schlankheit des Ueberbaus abgestimmt. Bei gedrungenen oder stark ins Auge fallenden Stuetzen bieten sich zur Aufloesung stoerender Massen stark gebrochene Kanten, lineare Veraenderung des Querschnitts und besondere Schalung an. Widerlager duerfen durch ihre Masse nicht das Gesamtbild erdruecken, muessen andererseits aber klar Anfang und Ende des Brueckenzuges erkennen lassen. Bei grossen Flaechen, besonders bei Fluegelwaenden, laesst sich die Monotonie des Betons durch besondere Schalung oder Steinverblendung vermeiden. Gelaender und Gesims bilden den oberen Abschluss einer Bruecke. Diese Bauteile muessen in ihrer Gesamtheit wirken und im Detail sorgfaeltig durchgestaltet sein. Tunnelportale sind sichtbar und deutlich auszubilden aber dezent der Boeschungsneigung anzupassen. Portale staedtischer Tunnel erfordern besondere Bemuehungen hinsichtlich der Einbindung in das Bebauungsbild. Bei Stuetzwaenden kommt der Gestaltung insofern eine besondere Bedeutung zu, da sie im Zusammenhang mit stoerenden Gelaendespruengen zu sehen sind. Grundsaetzlich kommt es auf die Neigung, den oberen Abschluss und den fuer die Bepflanzung erforderlichen Abstand vom Strassenkoerper an. Bei sichtbaren Betonflaechen bieten sich abwechslungsreiche Schalungen bis zur reliefartigen Durchbildung an. Verkleidungen aus Natur- oder Ziegelmauerwerk sollten stets landschaftsgebunden sein. Besondere Bedeutung kommt der Bepflanzung zu. Entsprechende Pflanznischen und Pflanztroege sind beim Entwurf zu beruecksichtigen. Wo es an Platz fehlt, zum Beispiel bei Trogbauwerken, ist eine zurueckhaltende Farbgebung oft das gemaesse Gestaltungsmittel.

  • Authors:
    • KIND-BARKAUSKAS, F
  • Publication Date: 1991

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 13-6&63-6
  • Serial:
    • Beton
    • Volume: 41
    • Issue Number: 1&2
    • Publisher: BetonVerlag GmbH

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01248941
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Nov 20 2010 4:52AM