ERFAHRUNGEN MIT TEMPO 30-ZONEN

Verkehrstechnische Erhebungen in Form von Vorher-Nachher-Untersuchungen in 20 Einzelgebieten bildeten die Grundlage, die Wirkungen der Zonengeschwindigkeitsbeschraenkung zu ermitteln. Zur Absicherung der Befunde wird in vier Gebietsarten - Modell-, Sonder-, Vergleichs- und Kontrollgebiete - unterteilt. Messungen und Erhebungen im einzelnen umfassen verkehrstechnische Untersuchungen (Parksituation, querschnitts- und streckenbezogene Geschwindigkeiten), Unfalluntersuchungen (Unfallhaeufigkeit und -schwere, Struktur der Unfalltypen) und Befragungen von Personen und in Betrieben (Beurteilung des Wohnumfelds, Einschaetzung des Kinderspiels, Auswirkungen des Verkehrsverhaltens und Massnahmenakzeptanz). Mit Ausnahme der Vergleichsgebiete (ohne Tempo 30-Beschraenkung) nehmen in allen Gebietsarten die Geschwindigkeiten durch Tempo 30-Beschilderung signifikant ab, in den Modellgebieten zum Beispiel von 41,5 auf 38,2 Kilometer pro Stunde (Mittelwerte). Die Ueberschreitungshaeufigkeiten von Tempo 30 liegen bei 84 Prozent, ueber 50 Kilometer pro Stunde fahren 8 Prozent der erfassten Fahrer. Im Geschwindigkeitsprofil kann eine Abnahme der Verzoegerungsanteile und Beschleunigungsanteile beobachtet und mithin von einer Verstetigung gesprochen werden. Die Wohnzufriedenheit in den Modellgebieten erhoehte sich merklich. Die Anzahl der Unfaelle mit Personenschaeden nahm mit 23 Prozent deutlich ab, noch deutlicher bei den Unfaellen mit schweren Folgen. Nach den vorliegenden Ergebnissen haben sich Zonengeschwindigkeitsbeschraenkungen grundsaetzlich bewaehrt. (Vortraege des Arbeitsausschusses 1.11, "Erhebung und Vorausschaetzung des Verkehrs" am 29. - 30. Mai 1989 in Aachen)

  • Authors:
    • COLLIN, H -
  • Publication Date: 1991

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01248549
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Nov 20 2010 4:43AM