BEWERTUNG DER UMWELTVERTRAEGLICHKEIT VON INDUSTRIELLEN NEBENPRODUKTEN UND RECYCLINGBAUSTOFFEN

In Deutschland wurden im Jahr 1989 etwa 128 Millionen Tonnen industrielle Nebenprodukte und Recyclingbaustoffe erzeugt. Im Mittel werden davon annaehernd 41 Prozent wiederverwertet, wobei die Verwertungsraten in Abhaengigkeit vom jeweiligen Produkt von 100 bis 0 Prozent schwanken. Als moegliches Einsatzgebiet spielt dabei der Strassenbau die bedeutendste Rolle. Will man Aussagen ueber eventuelle Umweltbeeintraechtigungen gewinnen, ist es unerlaesslich, zunaechst eine Pruefung hinsichtlich der Eignung dieser Stoffe aus wasserwirtschaftlicher Sicht durchzufuehren, wobei im Mittelpunkt der wasserwirtschaftlichen Beurteilung von Baustoffen die auslaugbaren Bestandteile und nicht die Feststoffgehalte stehen. Von der grossen Zahl unterschiedlicher Auslaugeverfahren ueberwiegen heute die Durchlaufverfahren, die Standverfahren und die Bewegungsverfahren. Bei den Bewegungsverfahren ist heute das gaengigste Verfahren das sogenannte S4-Verfahren, das in der DIN 38 414 genormt ist. Fuer die Beurteilung von Eluaten gibt es heute jedoch noch keine allgemeingueltigen Bewertungskriterien. In Ermangelung dessen werden in zunehmendem Masse bestehende Richtlinien wie zum Beispiel die Trinkwasserverordnung oder die Deponierichtlinie des Landes Nordrhein-Westfalen herangezogen. Beide Richtlinien sind jedoch fuer die Bewertung von Strassenbaustoffen ungeeignet, da neben dem Untergrund auch die verschiedenen Bauweisen eine erhebliche Rolle fuer die Auswirkungen eines Baustoffs aus wasserwirtschaftlicher Sicht spielen. In Nordrhein-Westfalen wurden im letzten Jahr in Zusammenarbeit zwischen dem Verkehrsministerium, dem Umweltministerium und den Industrieverbaenden "Anforderungen an die Verwendung von aufbereiteten Altbaustoffen (Recyclingbaustoffen) und industriellen Nebenprodukten im Erd- und Strassenbau aus wasserwirtschaftlicher Sicht" erarbeitet. Diese Anforderungen basieren darauf, dass zukuenftig die Gueteueberwachung von industriellen Nebenprodukten und Recyclingbaustoffen durch die Pruefung von wasserwirtschaftlichen Merkmalen im Rahmen der halbjaehrlichen Fremdueberwachung erweitert wird. Weiterhin wird eine Matrix definiert, wie zukuenftig die einzelnen Baustoffe in Abhaenigigkeit der hydrologischen Gegebenheiten und der jeweiligen Bauweisen im Erd- und Strassenbau eingesetzt werden koennen. Daneben wird festgelegt, unter welchen Bedingungen fremdueberwachende Pruefstellen zukuenftig die Untersuchungen der wasserwirtschaftlichen Merkmale vornehmen duerfen.

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  • German

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  • Pagination: 394-401
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  • Accession Number: 01248481
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Nov 20 2010 4:42AM