UVS IM STRASSENBAU - ANSATZ ZUR STANDARDISIERUNG DES OEKOLOGISCHEN FACHBEITRAGS ZUR UMWELTVERTRAEGLICHKEITSPRUEFUNG NACH DER METHODE DER OEKOLOGISCHEN RISIKOANALYSE, TEIL 2 - VARIANTENVERGLEICH

Die Umweltvertraeglichkeitsstudie zur Linienbestimmung umfasst neben der oekologischen Raumanalyse zur Ermittlung eines oekologisch konfliktarmen Korridors fuer eine moegliche Strassentrassierung den Variantenvergleich. Mit dem Ziel der Schadensvorsorge beziehungsweise -begrenzung soll ueber den Vergleich moeglicher Alternativen von Strassenfuehrungen innerhalb des ermittelten oekologischen konfliktarmen Korridors die Variante ermittelt werden, die mit den geringsten Auswirkungen auf Natur und Landschaft verbunden ist. Die im Beitrag dargelegte und anhand von Beispielen und Tabellen veranschaulichte Methodik der oekologischen Risikoanalyse gewaehrleistet im fruehen Planungsstadium vor der Entscheidung des Trassenverlaufes eine umfassende, systematische und fuer alle Betroffenen nachvollziehbare Information ueber die Umweltauswirkungen jeder Variante einschliesslich der sogenannten Nullvariante. Erfasst werden dabei: a) die nachhaltige Nutzungsfaehigkeit von Naturguetern fuer den Menschen (Wohnen, Freizeit, Erholung, Wassergewinnung, Land- und Forstwirtschaft); b) Kultur (Kulturelles Erbe/Sachgueter); c) Landschaftsoekologie (Landschaftsbild). Diese Potentiale werden mit Hilfe einer Skalierung in ihrer Empfindlichkeit bewertet. Den Empfindungseinstufungen werden die prognostizierten bau-, anlage- und betriebsbedingten Belastungen (Flaechen- und Funktionsverlust, Laerm- und Schadstoffbelastung, Zerschneidungswirkung) gegenuebergestellt. Fuer die Faktoren Biotop- und Artenschutz, Wohnen, Freizeit und Erholung werden 5 Belastungszonen und fuer Boden, Klima/Luft, Wasser/Wassergewinnung, Land- und Forstwirtschaft werden 4 Belastungsstufen aufgestellt. Der Belastungsgrad wird aus dem Anteil der betroffenen Flaechen/Objekte verschiedener Nutzungs- und Biotoptypen an der jeweiligen Belastungszone entwickelt. Anhand der Gegenueberstellung der ermittelten Belastungsstufen und der Empfindlichkeitsstufen ergibt sich im 1. Teilschritt die Stufe der Potentialbeeintraechtigung.Im 2. Teilabschnitt wird durch Gegenueberstellung der Stufen der Potentialbeeintraechtigung mit den Stufen der Potentialeignung die oekologische Risikostufe ermittelt. Enthalten ist darin auch die Aussage ueber das Ob und Wie der oekologischen Ausgleichbarkeit der quantitativ ueber den Flaechenansatz und qualitativ ueber die funktionale Betroffenheit erfassten Eingriffswirkungen. Die UVS muendet in eine gutachterliche Stellungnahme, deren Abwaegungskriterien fuer die Variantenwahl transparent und nachvollziehbar sein muessen. Als wesentliches Instrumentarium der Umweltvorsorge auf der Ebene der Linienbestimmung ist die UVS unverzichtbarer Bestandteil im Planungsprozess. In der Entscheidungsfrage nimmt sie den Entscheidungstraeger in die Pflicht einer Entscheidungsbegruendung gerade im Fall einer Entscheidung entgegen der mittels UVS/UVP gefundenen Loesung.

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 28-34
  • Serial:
    • UVP REPORT
    • Volume: 5
    • Issue Number: 1
    • Publisher: UVP FOERDERVEREIN
    • ISSN: 0933-0690

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01248227
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Nov 20 2010 4:35AM