EINSATZMOEGLICHKEITEN VON KREISVERKEHRSPLAETZEN UND AUFGEWEITETEN KNOTENPUNKTEN UNTER BESONDERER BERUECKSICHTIGUNG AUSLAENDISCHER ERFAHRUNGEN

Es wurde eine empirische Methode zur Berechnung der Leistungsfaehigkeit an deutschen Kreisverkehrsplaetzen entwickelt. Hierzu wurden Messungen an 6 Kreisverkehrsplaetzen in Deutschland mit insgesamt 29 Zufahrten durchgefuehrt. Als wesentlicher Einflussparameter auf die Leistungsfaehigkeit der Zufahrten wurde die Verkehrsstaerke der Kreisfahrbahn ermittelt. Es wurden Regressionsrechnungen durchgefuehrt und Gleichungen und Kurven zur Ermittlung der Leistungsfaehigkeit angegeben. Zum Einfluss der Geometrie des Kreises auf die Leistungsfaehigkeit konnten mit dem begrenzten Stichprobenumfang noch keine gesicherten Aussagen erarbeitet werden. Neben dem empirischen Verfahren wurde auch der auf der Zeitlueckentheorie basierende mathematisch-theoretische Ansatz zur Ermittlung der Leistungsfaehigkeit von Knotenpunkten untersucht. Ausserdem wurde der Einfluss von Fussgaengern und Radfahrern auf die Leistungsfaehigkeit der Zufahrten zu Kreisverkehren ermittelt. Aus umfangreichen Unfallanalysen ergab sich, dass durchschnittlich zwar die Zahl der Unfaelle an den Kreisverkehrsplaetzen hoeher war als an den Kreuzungen, die Unfaelle an den Kreuzungen aber meistens mit schwereren Folgen verbunden waren. Vorher/Nachher-Vergleiche ergaben eine Verbesserung der Unfalldaten nach dem Umbau der Kreuzungen zu Kreisverkehrsplaetzen. Geschwindigkeitsmessungen mit Radar und Fahrverhaltensbeobachtungen ergaben, dass der geschwindigkeitsdaempfende Effekt der Kreisverkehrsplaetze zum groessten Teil nur auf den Nahbereich der Kreise beschraenkt blieb und damit nur punktuell Wirkung erzielt werden kann. Zur staedtebaulichen Integration von Kreisverkehrsplaetzen und Kreuzungen wurden Empfehlungen fuer staedtebauliche und strassenraeumliche Einsatzkritierien abgeleitet. Weiterhin wurden strassenraeumliche Anforderungen bei der Anlage eines Kreisverkehrsplatzes definiert und Gestaltungshinweise gegeben. Zusammenfassend wird festgestellt, dass Kreisverkehrsplaetze unter verschiedenen Gesichtspunkten eine zumindest gleichwertige Knotenpunktform darstellen. Ihr Einsatz ist sicher haeufiger zweckmaessig als es in der Vergangenheit angenommen wurde.