AKTUALISIERUNG UND REDAKTIONELLE UEBERARBEITUNG ZUR UEBERTRAGUNG DER FORSCHUNGSERGEBNISSE ZUM RADVERKEHR IN DER STADT IN DIE SCHRIFTENREIHE "FORSCHUNG STADTVERKEHR"

Eine Beeinflussung der Fahrradnutzung ist moeglich: Beispiele fuer die Realisierung der Potentiale zeigen, dass in "fahrradfreundlichen" Kleinstaedten mehr als 40 Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurueckgelegt werden. Einflussfaktoren der Fahrradnutzung sind: a) Fahrradverfuegbarkeit/Fahrradtyp; b) Wetter, Topographie und Entfernung; c) Verkehrsbedingungen/Radwege: Im Freizeitverkehr und fuer weniger erfahrene Radfahrer sind Radwege und Nebenstrassen mit geringem Autoverkehr, im Alltagsverkehr vor allem kurze Reisezeiten unter Einbeziehung der Hauptverkehrsstrassen von Bedeutung; d) Parkplatzprobleme/Sachzwaenge: Sobald Parkplatzprobleme das Autofahren erschweren, steigt die Bereitschaft zum Radfahren; e) Einstellung/Image. Das baulich-technische Repertoire zur Fuehrung und Sicherung des Fahrradverkehrs hat sich in den letzten Jahren wesentlich erweitert; f) Massnahmen im Fahrbahnraum, - zum Beispiel Verbindung mit flaechenhafter Verkehrsberuhigung - ruecken zunehmend in den Blickpunkt, waehrend der Bau von Radwegen differenzierter gesehen wird; g) Fuer Fahrten von Haustuer zu Haustuer ist das diebstahlsichere und bequeme Parken von Fahrraedern eine wichtige Planungsaufgabe, auch innerhalb der Gebaeude (Wohnblocks, Arbeitsplatzschwerpunkte). Die Entlastungspotentiale durch den Verbund von Fahrrad und Oeffentlichem Verkehr fuer staedtische Verkehrsprobleme - etwa durch technische und organisatorische Loesungen (Bike + Ride, Fahrradstationen) - wurden bislang nicht ausreichend untersucht. Fuer die Finanzierung der oertlichen Strassen und Radwege koennen Gemeinden unter anderem Zuschuesse zur Finanzierung von Radverkehrsanlagen (Bundesmittel) aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz und dem Fernstrassengesetz erhalten. Die Bundeslaender haben zum Teil weitere Mittel (spezielle Radverkehrsprogramme) aufgelegt. Trotz einer Vielzahl von technischen Neuerungen konnte die Gebrauchstauglichkeit des Fahrrades aufgrund technischer und wirtschaftlicher Innovationshemmnisse nicht entscheidend gesteigert werden. Wachsenden Anforderungen an die Sicherheit von Fahrraedern und Fahrradfahrern wurde durch Veraenderung der rechtlichen Rahmenbedingungen entsprochen. Zur Foerderung der Fahrradnutzung ist das Fahrrad in Zukunft zu einem technischen Gesamtsystem fortzuentwickeln. Umweltschutz, vermeidbare Aufwendungen fuer Kfz-Parkplaetze, Gesundheitsfoerderung durch Bewegung tragen zum volkswirtschaftlichen Nutzen des Radverkehrs bei. Arbeitsplaetze in der Fahrradbranche und der Bauindustrie werden durch das Fahrrad geschaffen. Das Fahrrad leistet als sozial wichtiges Verkehrsmittel einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung staedtischer Lebensqualitaet und Mobilitaet.