ANALYSE DES LEISTUNGSNIVEAUS IM RETTUNGSDIENST 1990/91

In den Jahren 1990 (Mai und November) und 1991 (Februar und August) wurde eine breit angelegte Stichprobenerhebung von Rettungsdienstdaten durchgefuehrt. Mittels der vorliegenden Daten wurde eine Hochrechnung fuer die Jahre 1990/91 durchgefuehrt. Alle folgenden Zahlen sind Ergebnisse dieser Hochrechnung und beziehen sich somit auf den Jahresdurchschnitt der Jahre 1990 und 1991. Nach der vorliegenden Hochrechnung wurden 1990/91 etwa 6.530.000 Einsaetze des Rettungsdienstes pro Jahr in den alten Laendern der Bundesrepublik Deutschland durchgefuehrt. Unter Beruecksichtigung der Doppelanfahrten (dies sind in der Regel durch NEF und RTW im Rendevous-System bediente Notarzteinsaetze) wurden zu diesen Einsaetzen etwa 7.200.000 Einsatzfahrten unternommen. Es werden 1990/91 insgesamt 840.000 Einsaetze gemeldet, die die Alarmierung eines Notarztes fuer erforderlich halten lassen. Bei weiteren 1,32 Millionen Einsaetzen ist zumindest eine Vitalgefaehrdung (Definition Notfall) zu befuerchten, so dass diese Einsaetze als Notfall eingestuft werden. Zusammen werden somit pro Jahr etwa 2,16 Millionen Einsaetze (33,1 Prozent aller Einsaetze) gemeldet, bei denen mit Lebensgefahr fuer den Patienten zu rechnen ist und somit eine schnellstmoegliche Hilfe durch den Rettungsdienst benoetigt wird. Weitere 1,17 Millionen Einsaetze werden als dringliche Krankentransporte eingestuft. Knapp die Haelfte aller Einsaetze (circa 3,2 Millionen) sind disponible Krankentransporte. Hierbei handelt es sich um zeitlich aufschiebbare Krankentransporte, die aufgrund des Meldebildes weder eine akute Erkrankung vermuten lassen, noch aus Termingruenden dringlich erledigt werden muessen. Die zu transportierenden Patienten sind jedoch betreuungsbeduerftig. Zu rund 36 Prozent der Notarzteinsatzfahrten wurden NEF eingesetzt. Knapp ein Viertel (23,9 Prozent) der Notarzteinsatzfahrten wurden von NAW und 36,6 Prozent von RTW durchgefuehrt. Der ueberwiegende Teil der Fahrten zu Notfalleinsaetzen wird von RTW durchgefuehrt. Nur zu etwa jedem 15. Notfalleinsatz (6,8 Prozent) wird noch ein KTW eingesetzt. Die Eintreffzeit, definiert als Zeitspanne zwischen Meldung eines Einsatzes in der Rettungsleitstelle und Ankunft des alarmierten Fahrzeuges am Einsatzort, ist bei Notarzt- und Notfalleinsaetzen das entscheidende Kriterium fuer die Beurteilung der Leistungsfaehigkeit des Rettungsdienstes. Etwas mehr als die (53,3 Prozent) aller Notarzteinsaetze werden innerhalb einer Eintreffzeit von 7 Minuten bedient. In der gleichen Zeitspanne werden bereits knapp zwei Drittel (64,6 Prozent) der Einsatzorte bei Notfalleinsaetzen erreicht. Zu etwa jedem elften Einsatz (8,8 Prozent) mit Notarztindikation wird eine Eintreff von mehr als 15 Minuten benoetigt; dies gilt auch fuer etwa jeden 13. Notfalleinsatz (7,6 Prozent). Die mittlere Eintreffzeit betraegt bei Notarzteinsaetzen 8,8 Minuten und bei Notfalleinsaetzen 7,9 Minuten. Die mittlere Eintreffzeit fuer dringliche Krankentransporte liegt bei 15,5 Minuten und fuer disponible Krankentransporte bei 18,7 Minuten. (A)