AUSWERTUNG VORLIEGENDER DATEN-KOLLEKTIVE AUS DICKEN-MESSUNGEN VERSCHIEDENER MESSFELDER IM HINBLICK AUF DIE FESTLEGUNG DER ANZAHL VON MESSSTELLEN FUER DAS DICKEN-AUFMASS BITUMINOESER OBERBAUSCHICHTEN GEMAESS ZTV BIT-STB 84 UND ZTVT-STB 86

Bei Einfuehrung der "Zusaetzlichen Technischen Vorschriften und Richtlinien" fuer den Bau bituminoeser Fahrbahndecken (ZTV bit-StB) und fuer Tragschichten im Strassenbau (ZTVT-StB) in den Jahren 1984 beziehungsweise 1986 wurde jeweils im Abschnitt 1.9.2 "Aufmasse" festgelegt, dass fuer ein Baulos mindestens 20 Messstellen zur Feststellung der Einbaudicke erforderlich sind. In den Vorgaenger-Vorschriften war die Mindestanzahl mit 50 festgeschrieben. Da trotz dieser Aenderung die Abnahme-Grenzwerte unveraendert aus den alten Vorschriften uebernommen worden sind, war es erforderlich, zu pruefen, ob die Groessenordnung der Abnahme-Grenzwerte noch mit der reduzierten Messstellen-Anzahl aus statistischer Sicht vertraeglich ist. Das Forschungsvorhaben befasste sich mit einer entsprechenden Auswertung der Ergebnisse von Messreihen, welche auf verschiedenen Baustellen im Rahmen einer frueheren Forschungsarbeit des Forschungsnehmers (FA 7.095) durchgefuehrt worden sind. Es wurden derzeit sowohl Dickenmessungen an Bohrkernen als auch elektromagnetische Dickenmessungen durchgefuehrt. Die Arbeit hatte zum Ziel, fuer den in den technischen Regelwerken vorgegebenen Genauigkeitsgrad zur Einhaltung eines Sollwertes die Mindestanzahl von Messstellen zu ermitteln und mit der festgeschriebenen Mindestanzahl von Messstellen zu vergleichen. Bei den in den ZTV angegebenen Grenzwerten fuer die Abnahme handelt es sich um "Entscheidungsgrenzen", - gekoppelt an die Sollwert-Forderung des Bauvertrages - welche alle Streuungen aus Probenahme, Pruefung und Einbau enthalten. Der Auswertung wurde als massgebende Entscheidungsgrenze der Wert 10 (Prozent) zugrundegelegt. Die aus den Daten von Prueflosen auf drei in freier Strecke gelegenen Neubaulosen ermittelte notwendige Mindest-Messstellenanzahl betraegt 14. Die obere Vertrauensgrenze fuer diesen Wert ist 20. Das Ergebnis zeigt, dass fuer Strassenbaumassnahmen mit vergleichbaren Einbaubedingungen eine Vorgabe von mindestens 20 Messstellen, wie sie in den ZTV verankert ist, ein statistisch gesichertes Dickenaufmass ermoeglicht.