VORHER/NACHHER-UNTERSUCHUNG DER B 28 KEHL-OFFENBURG

Die B 28 hatte im Vorherzustand einen einbahnig-vierstreifigen Querschnitt (c4). Im Nachherzustand wurde unter Beibehaltung der gesamten Querschnittsbreite (14,50 m) eine bauliche Fahrtrichtungstrennung (Betongleitwand) installiert. Diese Massnahme hatte eine Verminderung der Ueberholstreifenbreite und eine Veraenderung der Streckencharakteristik zur Folge. In dieser Untersuchung wurden die Auswirkungen auf den Verkehrsablauf infolge der baulichen Fahrtrichtungstrennung untersucht. Dazu wurde der Verkehrsablauf in einem Vorher- und zwei Nachherzeitraeumen erfasst und analysiert. Durch den Vorher/Nachhervergleich der Ergebnisse koennen folgende Aussagen bezueglich der Auswirkungen auf den Verkehrsablauf gemacht werden: Die Fahrstreifenbelegung zeigt, dass "Nachher" deutlich weniger Fahrzeuge den linken Fahrstreifen (Ueberholfahrstreien) benutzen als "Vorher". Beim seitlichen Spurverhalten hat sich gezeigt, dass "Nachher" die Fahrzeuge auf allen Fahrstreifen weiter rechts fahren, als "Vorher". Bei den lokal gemessenen Geschwindigkeiten liegt bei der Betrachtung aller Fahrzeuge und des reinen PKW-Verkehrs fuer die erste Nachhermessung ein geringeres Geschwindigkeitsniveau vor als "Vorher"; insbesondere sind die Geschwindigkeiten auf dem Ueberholfahrstreifen zurueckgegangen. Die zweite Nachhermessung hat einen Anstieg des Geschwindigkeitsniveaus ergeben, jedoch wird der Vorzustand nicht erreicht. Besonders bemerkenswert ist, dass ein Anstieg der Lkw-Geschwindigkeiten auf dem Ueberholfahrstreifen vermutet werden kann. Auf dem rechten Fahrstreifen hat sich im Nachherzeitraum der Anteil der "kritischen" Zeitluecken </= 2 s erhoeht. Die Reisegeschwindigkeiten werden an Werktagen wenig beeinflusst (circa 1 km/h); an Sonntagen wurde eine Reduzierung der Reisegeschwindigkeit von circa 4 km/h festgestellt. Durch die Massnahme einer baulichen Fahrtrichtungstrennung sind zumindest fuer den Verkehrsablauf keine negativen Auswirkungen aufgetreten. Um weitere Aussagen fuer oder gegen eine Betongleitwand geben zu koennen, sind zusaetzliche Aspekte wie: 1.) Verkehrssicherheit und 2.) Betriebs- und Unterhaltungskosten zu beruecksichtigen. Die zweite Nachmessung des Verkehrsablaufs wurde 1990 - also circa ein Jahr nach dem Umbau der Strecke - durchgefuehrt. Bei dieser Zusammensetzung hat sich unter anderem ein "Gewoehnungseffekt" der Verkehrsteilnehmer bestaetigt. Da der Bau der Betongleitwand in erster Linie der Verbesserung der Verkehrssicherheit dienen sollte, waere auch eine detailliertere Folgeuntersuchung ueber die konkreten Auswirkungen des Baus auf die Verkehrssicherheit und das Unfallgeschehen wuenschenswert. Ergebnisse ueber den Vorherzustand sind im Projekt FP 8527/6 der BASt (IDS-Nummer 704298) aufgenommen worden. Fuer einen ausreichenden Nachherzeitraum waeren noch entsprechende Erfassungen erforderlich. (A)