DER EINFLUSS INTENSIVER UMGESTALTUNG VON ORTSDURCHFAHRTEN AUF DIE NUTZUNGSSTRUKTUR UND DIE VERKEHRSSICHERHEIT

In Ortsdurchfahrten im Zuge von klassifizierten Strassen mit einer Laenge von bis zu 2 Kilometern wurden haeufig Kfz-Fahrgeschwindigkeiten beobachtet, die der Oertlichkeit nicht angepasst sind und zum Teil erheblich ueber den zulaessigen Hoechstgeschwindigkeiten liegen. Sie stellen somit ein erhebliches Gefaehrdungspotential fuer alle Verkehrsteilnehmer im Strassenraum dar, wobei gleichzeitig hohe Schall- und Schadstoff-Emissionen entstehen. Zusaetzlich wird dadurch die trennende Wirkung der Ortsdurchfahrt hinsichtlich der Nutzungsstruktur des gesamten Ortes verstaerkt und die Aufenthaltsfunktion beeintraechtigt. Ein intensiver Umbau des gesamten Verkehrsraumes der Ortsdurchfahrten soll den genannten negativen Einfluessen entgegenwirken. Es war an Einzelbeispielen zu untersuchen, in welchem Masse dies erreicht werden kann, wobei umfangreiche Erhebungen hinsichtlich des Strassenraumes, seiner Nutzung, der Verkehrsstaerken, der Fahrgeschwindigkeiten, des Konflikt- und des Unfallgeschehens sowie Befragungen der Anwohner und der Kraftfahrzeugfuehrer in drei umzubauenden Ortsdurchfahrten und drei nicht umzubauenden Ortsdurchfahrten durchzufuehren waren. Eine umfassende Untersuchung des Unfallgeschehens in 20 weiteren Ortsdurchfahrten ueber vier Jahre sollte moegliche Veraenderungen durch einen Umbau hinsichtlich der Verkehrssicherheit aufzeigen. Eine umfassende Vorher-Nachher-Untersuchung konnte lediglich in einer umzubauenden Ortsdurchfahrt durchgefuehrt werden. Dabei waren die wichtigsten Erkenntnisse, dass 1.) eine Abtrennung von Seitenbereichen beziehungsweise Gehwegbereichen von der Fahrbahn lediglich durch eine Rinne zur unzulaessigen Mitbenutzung derselben durch den fliessenden Kfz-Verkehr fuehren kann, 2.) eine Pflasterung der Fahrbahn stoerende Schallimmissionen fuer die Anwohner erzeugt, andererseits nicht zwingend zu niedrigeren Fahrgeschwindigkeiten fuehrt, 3.) eine Reduzierung der Fahrgeschwindigkeiten im Bereich der Ortseingaenge durch Einbau von breiten Mittelinseln erzielt werden kann, - von einer circa einjaehrigen Eingewoehnungsphase der Verkehrsteilnehmer nach Umbau auszugehen ist, wie es durch das Unfallgeschehen beschrieben wird. Die Analyse des Unfallgeschehens allein kann als Instrumentsanalyse der Verkehrssicherheit einer Ortsdurchfahrt nicht ausreichen, da die Unfallkollektive in den einzelnen Ortsdurchfahrten sich als zu gering erwiesen. (A*)