STRUKTUR UND MECHANISCHES VERHALTEN VON POLYMERMODIFIZIERTEM, ZEMENTGEBUNDENEM BETON

Die Zugabe waessriger thermoplastischer Dispersionen zum Konstruktionsbeton wird in Zukunft aufgrund steigender Umweltbelastung und somit erhoehtem Schadstoffangriff auf unsere Betonbauteile an Bedeutung gewinnen. Innerhalb des Forschungsprojekts soll daher der Einfluss polymerspezifischer Eigenschaften und der Ausbildung der Polymerstruktur im mineralischen Bindemittel auf die mechanischen Eigenschaften des polymermodifizierten Betons untersucht werden. Werden Kunststoffdispersionen dem Frischbeton zugesetzt, so bilden die Polymerpartikel, falls die thermischen Bedingungen eine Einleitung des Filmbildeprozesses gestatten, ein zusammenhaengendes Matrixsystem. Eine anschliessende Waermebehandlung bewirkt bei Polymersystemen, die waehrend der Zementhydratation nicht verfilmen, eine Sekundaerverfilmung zu einer homogenen Polymermatrix. Bei geringen Kunststoff/Zement-Werten verringert sich die Porositaet des Zementsteins, wie es quecksilberdruckporosimetrische Messungen belegen. Die Dispersionszugabe verfluessigt den Frischbeton und erlaubt unter dem Gesichtspunkt vergleichbarer Verarbeitbarkeit eine Reduzierung des Wasser/Zement-Werkes, was zu den durch die Wassereinsparung bewirkten und vom konventionellem Beton bekannten Eigenschaftsverbesserungen fuehrt. Aus diesem Grund erreichen polymermodifizierte zementgebundene Betone mit kleinem Kunststoffgehalt hoehere mechanische Festigkeitswerte als Normalbetone gleicher Konsistenz. Dehnungsgeregelte Druckversuche bei um die Glastemperatur des Polymeradditivs variierten Prueftemperaturen dokumentieren eine Beteiligung der Polymermatrix bei der Lastabtragung. Oberhalb der Glastemperatur fuehrt die duktile Polymermatrix zu einer deutlichen Erweichung des Betongefueges. (A*)