EXPERIMENTELLE UNTERSUCHUNGEN ZUR ZUGFELDTHEORIE BEI VERBUNDTRAEGERN

In Deutschland werden nach den jetzt gueltigen Vorschriften die ueberkritischen Tragreserven schlanker Stegbleche von Verbundtraegern nicht ausgenutzt. Bisher liegen nur fuer Stahlvollwandtraeger, die nach der Zugfeldtheorie bemessen wurden, Erfahrungen aus dem Ausland vor. Hier zeigt sich, dass vor allem bei grossen Spannweiten Stabilitaetskriterien (Kippen, oertliches Beulen der Gurte und so weiter) massgebend werden. Ziel der Forschung ist es, fuer die vom Tragverhalten guenstigeren Verbundtraeger infolge des stabilisierenden Einflusses der Betonplatte, Bemessungsmodelle fuer den ueberkritischen Bereich zu entwickeln, so dass durch Anwendung der Zugfeldtheorie zu geringeren Stegblechdicken gelangt und die sehr kostenintensiven Querstreifen wegfallen koennen, wodurch nochmals eine erhebliche Steigerung an Wirtschaftlichkeit im Hochbau zu erwarten ist. Zunaechst wurde geprueft, ob eine Uebertragung der vorhandenen Berechnungsmodelle fuer reine Stahlvollwandtraeger ohne Querstreifen, wie diese zum Beispiel schon seit laengerem in Schweden eingesetzt werden, moeglich ist. Das Tragverhalten ist jedoch infolge der Betonplatte geaendert, ausserdem bleiben die verbundbauspezifischen Fragen, wie zum Beispiel der Einfluss des Verduebelungsgrades, unberuecksichtigt. Um die Versuchsanzahl gering zu halten, werden zur Zeit Modellversuche durchgefuehrt, an Hand derer das Tragverhalten qualitativ beobachtet wird. In einem zweiten Schritt sollen Versuche an Verbundtraegern Aufschluss darueber geben, ob das theoretische Berechnungsmodell unter Einbeziehung der dann vorliegenden genauen Messergebnisse verbessert werden muss. Es soll letztlich eine einfache Berechnungsweise gefunden werden, die es dem praktisch taetigen Ingenieur ermoeglicht, eine wirtschaftliche Bemessung durchzufuehren, ohne den grossen Aufwand einer geometrisch und physikalisch nichtlinearen Berechnung in Kauf nehmen zu muessen. (A*)