ENTWICKLUNG EINES IM LABORATORIUM ANWENDBAREN VERDICHTUNGSVERFAHRENS, DURCH WELCHES WALZASPHALTEN DIESELBEN MECHANISCHEN EIGENSCHAFTEN WIE BEI DER WALZVERDICHTUNG IN DER PRAXIS VERMITTELT WERDEN

Ziel des Forschungsvorhabens war es, ein Verdichtungsverfahren zu entwickeln, mit dem im Laboratorium Probekoerper geeigneter Abmessungen hergestellt werden koennen, welche dieselben mechanischen Eigenschaften besitzen wie walzverdichtete Asphalte der Strasse. Zur Erreichung des Forschungszieles wurden drei unterschiedlich leicht beziehungsweise schwer verdichtbare Asphaltmischgutvarianten verwendet, die auf der Strasse unter Einsatz von Dreiradwalzen, Tandem-Vibrationswalzen und Gummiradwalzen sowie im Laboratorium mittels Schlagverdichtung, Vibrationsverdichtung, Druck-Knet-Verdichtung und Walzwirkung verdichtet wurden. Aus den unterschiedlich verdichteten Asphalten wurden Probekoerper geschnitten, an denen mittels Zug- und Abkuehlversuchen das Kaelteverhalten, mittels Biegeversuchen die dynamische Steifigkeit und mittels Spurrinnentests der Verformungswiderstand prueftechnisch angesprochen wurde. Aus den Ergebnissen der Untersuchungen ist die Schlussfolgerung zu ziehen, dass bei vergleichbaren Verdichtungsgraden ein Einfluss des auf der Baustelle eingesetzten Walztyps auf die mechanischen Eigenschaften der Asphalte nicht erkennbar ist. Alle Walzen erzeugten sehr aehnliche mechanische Eigenschaften bei tiefen und bei hohen Temperaturen. Dagegen weichen die mechanischen Eigenschaften der im Laboratorium verdichteten Asphalte von den mechanischen Eigenschaften der auf der Strasse verdichteten Asphalte mehr oder weniger stark ab. Bei tieferen Temperaturen werden kleinere und bei hoeheren Temperaturen groessere Unterschiede zwischen den mechanischen Eigenschaften der labor- und der feldverdichteten Proben gefunden. Die Beitraege der Abweichungen zwischen den Merkmalsgroessen zur Beschreibung des Kaelteverhaltens liegen bei labor- und feldverdichteten Asphalten zwischen rund 10 und rund 20 Prozent, bezogen auf die Merkmalsgroessen der feldverdichteten Proben. Fuer die Modulbestimmungen bei Temperaturen von +20 Grad Celsius und mehr werden dagegen Abweichungen in einer Groessenordnung zwischen rund 60 und rund 70 Prozent gefunden. Die Spurrinnentiefen der im Laboratorium verdichteten Asphalte sind um 35 bis rund 65 Prozent kleiner als die im Spurbildungstest fuer die feldverdichteten Proben ermittelten Werte. Die guenstigsten, das heisst den Eigenschaften der feldverdichteten Proben am naechsten kommenden Ergebnisse wurden stets an den im Laboratorium unter Einsatz kleiner Walzen verdichteten Proben gewonnen. Als Labor-Verdichtungsverfahren zur Herstellung von Asphaltprobekoerpern mit praxisadaequaten mechanischen Eigenschaften kommt daher nur ein Walzverdichtungs-Verfahren in Frage. Es werden Vorschlaege fuer die Entwicklung und Optimierung eines Labor-Walzverdichtungs-Geraetes gemacht.