BRUECKENBEWEGUNGEN AN STAHLBRUECKEN

Die derzeitigen Kenntnisse ueber die Reibungs- und Verschleissmechanismen im "Tribosystem Brueckengleitlager" erlauben keine gesicherten Aussagen ueber die zu erwartende Betriebsdauer eines Gleitlagers auf der Grundlage der derzeitigen Zulassungsversuche. Kenntnisse ueber die realen temporaeren Reibungszahlen und die temporaere Verschleissrate in Abhaengigkeit vom Beanspruchungskollektiv sind von erheblichem baupraktischen Interesse. Durch in situ-Messungen an einer Stahlbruecke (Grunewald) werden die wesentlichen Parameter des Beanspruchungskollektives von Brueckengleitlagern im praktischen Betrieb formuliert. Die Bauwerksuntersuchungen erlauben fuer das Brueckenbauwerk statistisch abgesicherte Daten ueber die Einzelverschiebungen und Auflagerdrehwinkel sowie Gleit- und Winkelgeschwindigkeiten. Gegenueber den Parametern der Zulassungsversuche ist fuer die Stahlbruecke die mittlere Lagerverschiebung um 3 Groessenordnungen kleiner und die mittlere Gleitgeschwindigkeit 1,5fach groesser. Der Lagersummenweg infolge Temperatur betraegt rund 2 Prozent des gesamten Lagersummenweges. Derzeit existieren jedoch keinerlei Anhaltspunkte ueber die Einfluesse derartiger Beanspruchungen auf die temporaeren Reibungszahlen, die Verschleissmechanismen und den temporaeren Verschleissbetrag, wodurch eine Angabe von realen Reibungszahlen im Bauwerk und der Betriebsdauer derzeit kaum moeglich ist. Die in der Praxis zu beobachtenden, sehr unterschiedlichen Lagerlebensdauern finden hierin zumindest zu einem grossen Anteil ihre Begruendung. (A*)