MEDIKAMENTE UND VERKEHRSSICHERHEIT

Das Fuehren eines Kraftfahrzeuges unter Einwirkung bestimmter Arzneimittel ist nicht minder risikoreich wie unter Alkoholeinwirkung. Zu den Medikamentengruppen, die eine verkehrsrelevante Wirkung erzielen koennen und die verhaeltnismaessig gut untersucht sind, zaehlen Benzodiazepine, Barbiturate, Antihistaminika, Antidepressiva, Antikonvulsiva, Neuroleptika sowie Analgetika. Der Paragraph 315 c Strafgesetzbuch (StGB) greift nach gaengiger Rechtsauffassung auch nach Einnahme berauschend wirkender Medikamente. In der Praxis sind allerdings selbst nach einem unter Medikamenteneinfluss verursachten Unfall nicht zwangslaeufig rechtliche Konsequenzen zu befuerchten. Hinweise auf eine Beeintraechtigung der Fahrtuechtigkeit in Beipackzetteln sind oftmals nicht quantifizierbar. Daher sind wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Leistungseffekten von Medikamenten erforderlich, um eine wirkliche Risikoabschaetzung zu ermoeglichen. Eine vom Gesetzgeber angeordnete Pruefpflicht kann zu einem fundierten Gesamtbild fuehren. Epidemiologische Daten ueber die Rolle von Medikamenten bei Verkehrsunfaellen sind rar. Screening-Untersuchungen zum Nachweis leistungsbeeintraechtigender Substanzen waeren angesichts der Verordnungshaeufigkeit derselben wuenschenswert. In der Bundesrepublik zaehlt der TUEV Rheinland zu den wenigen Pruefstellen, die gewissermassen auf privater Ebene verkehrsrelevante Medikamentenwirkungen testen. Eine niederlaendische Arbeitsgruppe fuehrt eine weltweite Erhebung zu einem Gefaehrdungsindex durch.

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01247567
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Nov 20 2010 4:00AM