SICHERHEIT DES FAHRRADVERKEHRS. EIN VERGLEICH ZWISCHEN DEUTSCHEN UND BRITISCHEN STAEDTEN

Zwischen der Situation des Fahrradverkehrs in Grossbritannien (GB) und der in der Bundesrepublik Deutschland (D) bestehen grosse Unterschiede hinsichtlich der Bedeutung des Fahrrades im Verkehrsgeschehen sowie der verkehrlichen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen. In beiden Laendern stehen jedoch in dem Bestreben nach einer Foerderung des Fahrradverkehrs Fragen der Erhoehung der Verkehrssicherheit im Vordergrund. Aufgabe des Forschungsprojektes war es deshalb, das Unfallgeschehen sowie andere fuer den Radverkehr sicherheitsrelevante Aspekte in beiden Laendern zu analysieren und vergleichend gegenueberzustellen. Dazu wurden neben einer Auswertung der bereits in beiden Laendern vorliegenden Erkenntnisse in je drei ausgewaehlten Untersuchungsstaedten Unfallanalysen, Verhaltensbeobachtungen und Befragungen von Radfahrern durchgefuehrt. Die Ergebnisse lassen zusammengefasst erkennen, dass Radfahren in GB sowohl hinsichtlich des Unfallrisikos als auch der Unfallschwere nicht sicherer ist als in D. Die Unfallcharakteristik in beiden Laendern unterscheidet sich jedoch in der Zusammensetzung der Unfallbeteiligten, der oertlichen Verteilung der Unfaelle im Strassennetz und insbesondere in den typischen Unfallverlaeufen. Hier wirken sich die Unterschiede in der verkehrlichen Infrastruktur, zum Beispiel bezueglich der Knotenpunktformen und der Ausstattung mit Radverkehrsanlagen sehr deutlich aus. Generell wird deutlich, dass Radverkehrsanlagen bei unzureichender Qualitaet keine Garantie fuer eine geringe Unfallgefaehrdung darstellen. Dies gilt insbesondere fuer die in D ueblichen strassenbegleitenden Radwege. Um die Sicherheit der Radfahrer zu erhoehen, kommt es deshalb weniger auf das "Wieviel?" als auf das "Wie?" der Radverkehrsanlagen an. Speziell in GB besteht noch erheblicher Nachholbedarf im Hinblick auf eine Foerderung des Fahrradverkehrs. Auch wenn mit einer Zunahme des Radverkehrs in der Regel auch eine Zunahme der Radverkehrsunfaelle verbunden ist, bedeutet dies nicht, dass es zu einem Anstieg der Zahl aller Verkehrsunfaelle kommt. Zudem bekraeftigt die Untersuchung den Eindruck, dass mit zunehmendem Radverkehr die Gefaehrdung des einzelnen Radfahrers abnimmt, da die Kraftfahrer dann offenbar eher mit Radfahrern rechnen. (A) Bericht zum Forschungprojekt 8747 (IDS-Nummer 704557) der Bundesanstalt fuer Strassenwesen, Deutsch-Britische Gesellschaft fuer das Studium der Industriegesellschaft und Rees Jeffreys Road Funds.

  • Availability:
  • Authors:
    • HASS-KLAU, C
    • CRAMPTON, G
    • BOOKING, T
    • NOLD, I
    • TRUSH, J
    • ALRUTZ, D
    • LUEERS, A
    • BRUECKNER, T
    • FROMMHERZ, W
    • MEYHOEFER, H
    • ROHLFING, M
  • Publication Date: 1992-10

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01245986
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Nov 20 2010 3:24AM