BERUFSVERKEHR VOR DEM UMBRUCH - EIN BEISPIEL GEMEINSAMEN HANDELNS ALLER BETEILIGTER

Das Verkehrschaos in unseren Staedten ist primaer eine Folge zu vieler bewegter Kraftfahrzeuge, denen die Strassenverkehrsanlagen nicht mehr gewachsen sind. Folgerichtig liegt die Loesung vordringlich in einer drastischen Reduzierung des motorisierten Verkehrsaufkommens, dies zum Beispiel durch bessere Auslastung der Fahrzeuge, geeigneten Verkehrsmitteleinsatz, restriktive Massnahmen. Zur Befriedigung des Mobilitaetsbeduerfnisses steht nur eine ganz begrenzte Anzahl unterschiedlicher Verkehrsmittel, von den eigenen Fuessen bis zum Flugzeug, aber eine ganze Palette verschiedener Betriebsformen zur Verfuegung: konventioneller Linienverkehr, die sogenannten Gelegenheitsverkehre mit Taxen und Mietwagen, Fahrgemeinschaften. Die Summe aller Betriebsformen und ihre logistische Verknuepfung fuehren zur sogenannten "Differenzierten Verkehrserschliessung". Die Aufgabe der Kommunalpolitik ist es, Prioritaeten zwischen den 5 Teilsystemen (motorisierter und nicht motorisierter Individualverkehr, konventioneller und modifizierter Personenverkehr, gewerbsmaessig betriebene flexible Bedienungsweisen, private Mitnahmeverkehre, kombinierte Betriebsformen) zu setzen. Vier Handlungsebenen kommen zur Veraenderung der Verkehrsmittelwahl in Betracht: Anreize zur besseren Ausnutzung privater Pkw, attraktivere OEPNV-Angebote, restriktive Schritte, komplementaere Massnahmen zum Bewusstseinswandel. Unerlaesslich ist dabei, dass sich alle Beteiligten am Berufsverkehr - Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Verkehrsbetriebe, Kommunalverwaltungen, Politiker - gemeinsam um die Loesung der Probleme bemuehen und jeder in seinem Zustaendigkeitsbereich im Sinne der Zielsetzung aktiv wird. Als hilfreich hat sich dabei auch die Schaffung einer Mobilitaetszentrale erwiesen, die bei der Bildung von Fahrgemeinschaften hilft, Auskuenfte zu allen OEPNV-Fragen gibt und damit Park-and-Ride und Bike-and-Ride erleichtert. Eine derartige Mobilitaetszentrale koennte auch zur optimalen Kombination zwischen konventionellem Linienverkehr und Fahrgemeinschaften eingesetzt werden. Auf der Basis einer differenzierten Verkehrserschliessung und einer partnerschaftlichen Finanzierung koennte auch der Berufsverkehr vor einem heilsamen Umbruch statt vor dem endgueltigen Zusammenbruch stehen.

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 327-34
  • Serial:
    • VERKEHR UND TECHNIK
    • Volume: 45
    • Issue Number: 8
    • Publisher: Firmware-Entwicklung, Lumino GmbH
    • ISSN: 0340-4536

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01244728
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Nov 20 2010 2:55AM