KALIBRIERUNG VON KOMBINATIONSWERTEN FUER EUROCODES "LASTEN UND EINWIRKUNGEN" - METHODEN UND ERPROBUNG AN EINEM BEISPIEL

Der Eurocode stellt an die Kombinationsregeln und die Kombinationswerte die Forderung, dass die Wahrscheinlichkeit der Ueberschreitung der Bemessungswerte der Lastwirkungen fuer alle Lastkombinationen und fuer alle einzelnen Lasten annaehernd gleich sind. Die Erfuellung dieser Forderung wird fuer ein Beispiel, der Kombination von Windlast und Verkehrslast fuer Buerogebaeude, mit zuverlaessigkeitstheoretischen Mitteln ueberprueft. Als theoretisches Modell wird die Theorie der gefilterten Poissonprozesse (zweiparametrige Pulsprozesse) verwendet. Das heisst, dass beim Wind nur der statische Anteil beruecksichtigt wird, der als Folge von Mittelungsintervallen betrachtet wird. Die Autokorrelation zwischen zeitlich benachbarten Mittelungsintervallen wird erfasst. Ebenso der relativ grosse Pausenanteil, der bei den kurzzeitig wirkenden Verkehrslasten auftritt. Die theoretischen Ableitungen erfolgten nur fuer den betrachteten Spezialfall, sie sind aber verallgemeinerungsfaehig. Die Ergebnisse zeigen, dass fuer die im Eurocode vorgesehenen Kombinationsregeln im untersuchten Fall Sicherheitsreserven vorhanden sind. Der Unterschied zwischen der genaueren Kombinationsregel EC 2 GL. (2.7a) und der vereinfachten Regel EC 2 Gl. (2.8) erwies sich als unwesentlich. Der Vorteil der "genaueren" Regel ist bei den hier untersuchten sehr schiefen Verteilungen nur gering. Er ist jedoch ausgepraegt vorhanden bei normalverteilten Lastintensitaeten. Je groesser die Schiefe der Momentanverteilungen der Lastintensitaeten, desto geringer werden die Nachteile der vereinfachten Regel. Fuer den untersuchten Fall ist die Forderung des Eurocodes an die Kombinationsregeln sowohl von der genaueren wie auch von der vereinfachten Regel annaehernd, mit Abweichungen zur sicheren Seite hin, erfuellt. Die Ergebnisse sprechen nicht fuer eine Erhoehung, sondern eher fuer eine Abminderung der betrachteten Psi-Werte. (A*)