VERGLEICHENDE UNTERSUCHUNGEN UEBER DAS VERHALTEN VON EPOXIDHARZ- UND PVC-BESCHICHTUNGEN AUF FEUERVERZINKTEM UNTERGRUND

Im Herbst 1982 wurden auf dem Bauwerk 3A im Zuge der Bundesautobahn (BAB) A59 neue feuerverzinkte Gelaender und Schutzplanken zusaetzlich mit PVC- beziehungsweise EP/PUR-Beschichtungsstoffen nach TL 918 300 der DB beschichtet. Ebenso wurden an 2 Versuchsstrecken im Zuge der BAB A3 zwischen der Anschlussstelle Koeln-Dellbrueck und dem Autobahnkreuz Koeln-Ost insgesamt 20 entsprechend beschichtete Schutzplanken montiert. Waehrend der insgesamt ca. 8-jaehrigen Auslagerungszeit bis zum Juli 1990 erfolgten regelmaessige Abmusterungen der Strecken mit Bewertung des Zustandes der Beschichtungen. Dabei wurden Gitterschnitt- und zum Teil auch Schichtdicken-Messungen durchgefuehrt und die Veraenderungen an den PVC- wie an den EP/PUR-Beschichtungen vergleichend festgestellt und fotographisch dokumentiert. Zusaetzlich wurde das Verhalten von mechanisch verzinkten Schrauben im Vergleich zu den ueblichen feuerverzinkten beobachtet. Das Ergebnis kann zusammenfassend wie folgt dargestellt werden: PVC ist als Beschichtung auf feuerverzinkten Bauteilen unter Steinschlag- und Tausalzbelastung im Strassenbereich gut verwendbar. Es weist im Vergleich zum EP/PUR sehr gute Hafteigenschaften, eine gute Farbbestaendigkeit und eine annaehernd gleich hohe Korrosions- und Steinschlagresistenz auf, wenn eine Mindestdicke nicht unterschritten wird. Die in der Regel vorgesehene Schichtdicke von 2 x 80 Mikrometer ist fuer lange Schutzdauern als ausreichend anzusehen, die aber infolge groesserer Abwitterungsneigung nicht die Schutzdauern des EP/PUR-Systems bei gleicher Dicke erreichen wird. Gegen chemische Angriffe, zum Beispiel durch aggressiven Vogelkot, ist PVC anfaelliger als EP/PUR. Aufgrund der hervorragenden Hafteigenschaften ist eine aufwendige Oberflaechenvorbereitung der feuerverzinkten Bauteile nicht erforderlich, das mechanische Behandeln mit Drahtbuerste und eine Nachreinigung reichen aus. Sehr anfaellig gegen mechanische Beanspruchung ist das PVC jedoch im Anfangsstadium nach der Applikation. Hier reichen 20 Tage Lagerzeit zur Durchhaertung nicht aus.Als Folge treten bei mechanischer Belastung zum Beispiel durch Transport und Montage Quetschungen und Abschuerfungen bis zum Untergrund mit oertlicher Zerstoerung der Beschichtung auf. Fuer eine schnelle Bereitstellung der Bauteile nach der Applikation der Beschichtung ist das PVC daher im Vergleich zum EP/PUR nicht geeignet. Bei der Applikation neigt es offensichtlich auch zu Minderschichtdicken, eine sorgfaeltige Beachtung ausreichender Nassschichtdicken ist daher erforderlich. Das EP/PUR-System hat seine hohe Qualitaet auf Zinkuntergruenden bei Anwendung einer Zinkchromat-Zwischenbeschichtung bewiesen. Bei Gitterschnitt-Messungen zeigten sich leichte Haftmaengel nur zwischen den Schichten, was auch oertlich an Kanten in geringerem Umfang zu Enthaftungen und Abloesungen fuehrt. Seine Farbbestaendigkeit ist trotz Anwendung einer lichtbestaendigen PUR-Deckbeschichtung nicht sicher, Farbtonaenderungen durch Kreidung treten auf. Die Resistenz gegen Steinschlag- und Tausalzangriff sowie allgemein gegen korrosive und witterungsbedingte Einwirkungen ist sehr hoch. Bei Anwendung der Zinkchromat-Zwischenbeschichtung ist wegen ausgezeichneter Hafteigenschaften eine aufwendige Oberflaechenbehandlung nicht erforderlich, es reicht auch hier die mechanische Behandlung mit Buerste und Nachreinigung aus. Die Resistenz gegen mechanische Belastung im Anfangsstadium ist sehr hoch. Die festgestellten Trockenschichtdicken liegen generell erheblich hoeher als beim PVC-System. Uebliche Schwachstellen an Kanten sind aber auch hier zu beachten um Minderdicken zu vermeiden, die auch zu fruehen Abloesungen der oberen Deckbeschichtung fuehren koennen. Bei Anwendung des EP-Eisenglimmer-Stoffes unter Fortlassen der zwischenzeitlich in der TL 918 300 nicht mehr aufgefuehrten umweltschaedlichen EP-Zinkchromat-Zwischenbeschichtung ist die Haftung am Zinkuntergrund schlecht und fuehrt bei einfacher Oberflaechenvorbereitung ueber kurz oder lang von den Kanten ausgehend zur Enthaftung der Gesamtbeschichtung. Die mechanisch verzinkten Schrauben zeigen trotz verminderter Zinkauflagen im Vergleich zu den feuerverzinkten ein sehr gutes Korrosionsschutzverhalten und eine gute Handhabbarkeit. (A)