BEWERTUNG VON GEBRAUCHSTAUGLICHKEITSANFORDERUNGEN

Im Rahmen dieses Forschungsvorhabens wurden baustoffunabhaengig Gebrauchstauglichkeitsanforderungen fuer ausgewaehlte Bauteile aus verschiedenen nationalen und internationalen Vorschriften und der Literatur qualitativ und quantitativ beurteilt und auf ihre Grundlagen hin geprueft. In einer Umfrage unter Fachleuten wurde die deutsche Praxis in Bezug auf Gebrauchstauglichkeitsanforderungen und bisherige Erfahrungen damit erfasst. Eine Durchsicht der internationalen Normen und Literatur zeigt ein uneinheitliches Bild der Definition des Begriffes Gebrauchstauglichkeit und der Abgrenzung des Begriffes gegenueber Tragfaehigkeit und Dauerhaftigkeit. Vorschlaege zur Definition und Abgrenzung werden gemacht. Die Gebrauchstauglichkeitskriterien sind national und international nicht immer einheitlich und ihre Hintergruende liessen sich bis auf wenige Ausnahmen nicht ermitteln. Fuer Biegetraeger werden fast nur Grenzwerte fuer bezogene Durchbiegungen angegeben, die unabhaengig vom statischen System und der Belastung gelten. Fuer verschiedene statische Systeme wurden die Beziehungen der Maximalwerte der Durchbiegung, der Neigung der Biegelinie und der Kruemmung zueinander hergeleitet. Damit wurde gezeigt, dass eine einfache Begrenzung der bezogenen Durchbiegung nicht in allen Faellen ausreichend ist. Gebrauchstauglichkeit haengt hauptsaechlich mit der Konstruktion von Details, und Bauverfahren und Bauausfuehrung zusammen sowie der Vielfalt der Nutzungsbedingungen. Der Bericht zeigt, dass Gebrauchstauglichkeitskriterien bisher sehr einfache und pauschale, kaum an Konstruktion und Nutzung angepasste Kriterien sind. Detaillierte Kriterien sind notwendig. In der Praxis wird das Problem bisher mit einem grossen Mass an Erfahrung bewaeltigt. Beim Uebergang auf das neue Bemessungskonzept birgt dies aber nicht abschaetzbare Risiken. (A*)