PACKUNGSZETTEL VON MEDIKAMENTEN AUS DER SICHT DER UNFALLVERHUETUNG

In der Schweiz werden nur bei 2 Promille aller Verkehrsunfaelle die Wirkungen von Medikamenten als Ursache angeschuldigt, wobei es der Polizei erst dann moeglich ist, die Medikamenten-Konzentration im Blut zu messen, wenn bei BAK-Werten unter 0,8 Promille ein Fahrer auffaellig viele koerperliche und geistige Ausfaelle zeigt. Gestuetzt auf laufende Studien gehen Experten-Schaetzungen von einem Anteil von 5-10 Prozent aller Verkehrsunfaelle unter Arzneimittel- oder/und Drogen-Einfluss aus. Der Medikamenten-Konsument wird durch verschiedenes Schrifttum zum Lesen der Beipackzettel aufgefordert, um moegliche Nebenwirkungen zur Kenntnis zu nehmen. Hinsichtlich der Verstaendlichkeit fuer Laien und des Informationsgehaltes wurden die Beipackzettel von 125 Medikamenten beziehungsweise 15 Medikamenten-Gruppen mit fuer die Fahrtuechtigkeit relevanten Nebenwirkungen auf explizite und implizite Hinweise bezueglich Strassenverkehr ueberprueft. Hierzu wurden Packungszettel aus den Jahren 1987 und 1991 verglichen. Insgesamt ist der Trend zu vermehrter Information zum Thema des Autofahrens erfreulich (1987: 52 Prozent, 1991: 64 Prozent aller Praeparate). Auf das Unfallrisiko bei gleichzeitiger Alkoholaufnahme wurde 1987 in 55 Prozent und 1991 in 91 Prozent hingewiesen. Im Rahmen verbesserter Verstaendlichkeit erhoehte sich die Anzahl spezieller Verbraucher-Informationen von 14 in 1987 auf 64 in 1991 unter den 125 Medikamenten. Allgemein sollte auch von aerztlicher Seite stets auf das Risiko bei Lenkung eines Wagens, speziell bei Senioren, hingewiesen werden.

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01241818
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Nov 20 2010 1:19AM