UNTERSUCHUNGEN ZUR ERMITTLUNG VON UNFALLURSACHEN AN KNOTENPUNKTEN NACH DER GRUNDFORM IV OHNE LICHTSIGNALANLAGE

An nicht signalisierten Knotenpunkten nach der Grundform IV wurden haeufig schwere Unfaelle von Linksein- und Linksabbiegern beobachtet. Diese Unfaelle wurden mit den hohen Geschwindigkeiten und der erhoehten Risikobereitschaft bei laengeren Wartezeiten in Zusammenhang gebracht. Durch Messungen des Verkehrsablaufes, des Seitenabstandsverhaltens und der Zeitlueckenannahme bei unterschiedlichen Wartezeiten (Risikoverhalten) wurden die Unfallursachen geklaert. Die hohen gemessenen Fahrgeschwindigkeiten koennen von wartepflichtigen Fahrzeugfuehrern insbesondere bei unguenstigen Blickwinkeln nicht richtig eingeschaetzt werden. Diese Vermutung bestaetigte sich in den Untersuchungen zur Zeitlueckenannahme. Bei gleicher Wartezeit wurden bei hoeheren Geschwindigkeiten des bevorrechtigten Verkehrs kleinere Grenzzeitluecken gemessen. Die Grenzwegluecken dagegen waren bei hoeheren Geschwindigkeiten laenger, so dass anzunehmen ist, dass die untergeordneten Fahrzeugfuehrer die Entscheidung zum Einfahren in den Knotenpunkt mehr auf der Grundlage der zur Verfuegung stehenden Wegluecke treffen und weniger die Zeitluecke zwischen den Fahrzeugen abschaetzen. Bei laengeren Wartezeiten wurden in allen Geschwindigkeitsklassen kleinere Grenzzeit- als auch Grenzwegluecken gemessen. Somit ist bei laengeren Wartezeiten eine erhoehte Risikobereitschaft zu beobachten, welche in Unfalluntersuchungen bestaetigt wurde. Zur Beseitigung dieser Unfallschwerpunkte werden der planfreie Ausbau, die Ueberwachung der zulaessigen Hoechstgeschwindigkeit und die Signalisierung der Knotenpunkte diskutiert, wobei die Signalisierung favorisiert wird.

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01241742
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Nov 20 2010 1:17AM