ERPROBUNG EINES PRUEFVERFAHRENS ZUR ERMITTLUNG DER MECHANISCHEN EIGENSCHAFTEN VON EMULSIONSGEBUNDENEM MISCHGUT

Die Qualitaetssicherung der Asphaltbauweise fuer den Strassenbau hat in Deutschland eine sehr grosse Bedeutung. Die Verfahren fuer die Eignungspruefung dieser Baustoffe sind daher ausgereift und bieten eine solide Grundlage fuer dauerhafte Strassenbefestigungen. Auch die Wiederverwendung von Strassenaufbruch bei der Heissaufbereitung erfolgt heute mit sehr guten Ergebnissen. Strassenaufbruch kann aber schon mit sehr geringen Teeranteilen aus Umweltgruenden nicht mehr bei der Heissaufbereitung mitverwendet werden. In einigen Faellen wurde ein derartiger Strassenaufbruch, aber auch reines Asphaltgranulat als sogenanntes Kaltmischgut mit Bitumenemulsion und/oder Zement als Tragschichtmaterial oder als Fundationsschicht eingebaut. Fuer hydraulisch gebundene Schichten liegen Richtlinien und Pruefverfahren vor, anders jedoch bei emulsionsgebundenem Mischgut. Das Marshall-Verfahrenkann zwar grundsaetzlich fuer eine derartige Pruefung angewendet werden. Bei der Herstellung der Marshall-Probekoerper ergeben sich jedoch Probleme, da emulsionsgebundenes, wasserhaltiges Mischgut ueberwiegend nach erdbautechnischen Gesichtspunkten zu behandeln ist. Die angewandte schlagende Verdichtung gewaehrleistet nicht die Entwaesserung des Probekoerpers, so dass Emulsions- beziehungsweise Zugabewasser nicht aus dem Gemisch herausgepresst werden kann und somit eine elastische Rueckverformung entsteht. Die Folge davon ist eine nicht ausreichende Verdichtung. Aus diesen Gruenden ist ein Pruefverfahren notwendig, mit dem die mechanischen Eigenschaften vonemulsionsgebundenem beziehungsweise wasserhaltigem Mischgut geprueft werden koennen. Hierzu wurde ein Ring-Versuch, an dem sich fuenf namhafte Strassenbaulaboratorien beteiligten, durchgefuehrt. Bei der Herstellung der Probekoerper, die weitgehend nach dem in Frankreich entwickelten Duriez-Verfahren verlaeuft, wird das emulsionsgebundene Mischgut durch eine statischeBelastung verdichtet. Die anschliessende Pruefung der Probekoerper erfolgt in Anlehnung an DIN 1996 Teil 11 (Marshall-Verfahren). Fuer die Gemischherstellung wurden ein Teergranulat (gebrochen) und ein Asphaltgranulat (gefraest) verwendet. Als Bindemittel wurde eine kationische Bitumenemulsion eingesetzt. Die Ergebnisse des Ring-Versuches haben gezeigt, dass mit dem erprobten Pruefverfahren durchaus die mechanischen Eigenschaften von emulsionsgebundenen Asphalt- und Teergranulat-Gemischen untersucht werden koennen. So wurden an den Marshall-Probekoerpern durchweg Hohlraumgehalte unter10 Volumen-Prozent festgestellt, obwohl recht unguenstig korngestufte Granulate verwendet wurden. Die Streubereiche fuer Marshall-Stabilitaet und -Fliesswert sind jedoch noch nicht befriedigend, so dass hier noch Verbesserungsbedarf besteht. In ihren Absolutwerten liegen sie aber im normalen Rahmen des Marshall-Verfahrens. Laengerer Umgang und Uebung mit dem Verfahren in einer der Pruefstellen haben eine deutliche Reduzierung des Streubereiches erbracht. Allerdings muss auch davon ausgegangen werden, dass bei solchen Gemischen wegen der im Vergleich zu neuen Baustoffen groesseren Heterogenitaet der eingesetzten Strassenbaustoffe groessere Streuungen normal sind. Mit dieser Versuchsanordnung konnte daher die Grundlage fuer eine einheitliche Pruefung eines solchen Mischgutes geschaffen werden. Das Verfahren kann sicher auch auf jedes andere wasserhaltige Mischgut uebertragen werden.

  • Availability:
  • Authors:
    • GLET, W
    • KRASS, K
    • RADENBERG, M
  • Publication Date: 1992

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 546-50
  • Serial:

Subject/Index Terms

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  • Accession Number: 01241714
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Nov 20 2010 1:17AM