ERWEITERUNG UND VERIFIZIERUNG DES MODELLS ZUR ABSCHAETZUNG DES UNFALLGESCHEHENS UND DER UNFALLKOSTEN AUF INNEROERTLICHEN NETZELEMENTEN

Ein wichtiges Ergebnis dieser Untersuchung ist, dass bezueglich der Unfallkenngroesse Unfallrate die neun betrachteten RAS-W-Strassentypen der Kategorien 4 und 5 zu zwei Gruppen zusammengefasst werden koennen. Der ersten Gruppe gehoeren alle Innerortsstrassentypen ohne Behinderungen (durch Knotenpunktseinfluesse, ruhenden Verkehr, OEPNV) an, ergaenzt um die RAS-W-Typen 5.11 und 5.21 aus der Kategorie der Innerortsstrassen mit Behinderungen. In der zweiten Gruppe koennen die RAS-W-Typen 5.12, 5.13 und 5.22 zusammengefasst werden. Die mittleren Unfallraten dieser beiden Gruppen unterscheiden sich signifikant voneinander. Die Untersuchung des Einflusses der Ortsgroesse auf die Unfallrate ergab keine eindeutigen Aussagen. Dagegen ergeben sich fuer Einflussgroessen, die nicht direkt als Bestimmungsgroessen fuer die Ermittlung der Unfallrate verwendet werden, sondern die streckenspezifische Randbedingungen repraesentieren, folgende Zusammenhaenge: Die Unfallrate auf den untersuchten RAS-W-Strassentypen steigt jeweils mit zunehmender Dichte der Bebauung und mit wachsender Nutzungsintensitaet an. Auch die Art der Fahrtrichtungstrennung bestimmt die Hoehe der Unfallrate, wobei Strassen ohne Mittelstreifen unfalltraechtiger sind als Strassen mit Mittelstreifen. Diese Kombination von Einwirkungen bestaetigt weitgehend die Hypothese, dass bauliche Verdichtungen in Verbindung mit der Ueberlagerung durch vielfaeltige bauliche Nutzungen zu einem Anstieg der Unfallrate fuehren, weil das Verkehrsaufkommen dadurch zunimmt und seine Zusammensetzung staerker durchmischt ist. Die Bewertung der Unfallfolgen der untersuchten RAS-W-Typen zeigt unterschiedliche Auspraegungen im Hinblick auf die Verwendung von Pauschalkostensaetzen beziehungsweise von angepassten Unfallkostensaetzen. Insbesondere bei Unfaellen mit schwerem Personenschaden differieren die Werte der Unfallkostenraten erheblich pro RAS-W-Typ mit uneinheitlicher Tendenz. Dies ist moeglicherweise auf ein zu kleines Untersuchungskollektiv fuer diese Unfallschweregruppe zurueckzufuehren.