ZUSTANDSBEZOGENER ERHALTUNGSBEDARF FUER KOMMUNALE STRASSENNETZE - LOESUNGSANSATZ UND VORGEHENSWEISE BEI DER ERMITTLUNG DES ERHALTUNGSBEDARFS

Die Anlagenteile von Strassen sind durch Klima und Verkehr Beanspruchungen ausgesetzt, die im Zeitablauf zu ihrer Zerstoerung fuehren koennen. Es stellt sich daher die Frage, ob die in der Vergangenheit aufgewendeten Erhaltungsmittel ausreichend waren und welche Finanzmittel kuenftig benoetigt werden. Diese Frage laesst sich zuverlaessig nur beantworten, wenn der bauliche Zustand der befestigten Strassenverkehrsflaechen bekannt ist. Am Beispiel der Stadt Muenchen wird gezeigt, wie der Finanzbedarf fuer die Erhaltung der staedtischen Strassen, Wege und Plaetze auf der Grundlage einer Zustandserfassung und -bewertung prognostiziert werden kann. Mit der dabei erforderlichen, zunaechst auf PC-Ebene (dBASE) vorgenommenen Netz- und Datenaufbereitung wurde die Bauverwaltung in die Lage versetzt, die erfassten Informationen fuer anstehende Entscheidungen zur Erhaltungsplanung zu nutzen und durch entsprechende Schnittstellen in spaeter vorgesehene DV-Systeme (ORACLE, SICAD) zu uebernehmen. Der Zustand wurde visuell/sensitiv fuer homogene Strassenabschnitte mit den fuer die Prognose benoetigten Grundmerkmalen erfasst. Alle Hauptverkehrs-/Verkehrsstrassen (800 km, cirka 50 Prozent der Flaeche) wurden dabei vom beauftragten Ingenieurbuero, die schwaecher belasteten Strassen (cirka 1.500 km) und alle Nebenflaechen von vorher geschultem Personal der 35 Strassenmeistereien (je 2 Mann) erfasst. Aus den mit einer Notenskala von 1,0 bis 5,0 bewerteten Zustandsgroessen konnten abschnitts- und verkehrsflaechenspezifische Gebrauchs- beziehungsweise Schadenswerte gebildet und mit Hilfe vorgegebener Warn- und Schwellenwerte in Zustandsklassen umgesetzt werden, die zeitliche Prioritaeten fuer die Bedarfsprognose beinhalten. Die abschnittsbezogenen aufbereiteten Fahrbahn-, Parkplatz-, Geh- und Radwegflaechen bilden in der netzbezogenen Aggregierung nach Bauweise, Verkehrsbelastung und Zustand das Mengengeruest fuer die Bedarfsprognose. Das methodische Geruest liefert das Strategiemodellverfahren, das bei Kenntnis des Zustandes in modifizierter Form zum Ansatz kommt. Die angesetzten Erhaltungsstrategien orientieren sich an der derzeitigen Praxis der Stadt Muenchen, die aufgrund knapper Erhaltungsmittel auf die Bewahrung des augenblicklichen Qualitaetsstandards ausgerichtet ist. Danach hat sich in der Vergangenheit ein Nachholbedarf aufgebaut, der knapp unter dem prognostizierten Erhaltungsbedarf eines Jahres liegt. Bei weiterhin reduzierten Haushaltsansaetzen waechst mit diesem Nachholbedarf auch der spaeter zu seiner Beseitigung erforderliche zusaetzliche Finanzbedarf.

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  • German

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  • Pagination: 146-61
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  • Accession Number: 01241126
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Nov 20 2010 1:02AM