ANFORDERUNGEN AN DEN KINNSCHUTZ VON INTEGRALHELMEN

Fuer die Formulierung von Anforderungen an den Kinnschutz von Integralhelmen sind genauere Kenntnisse der biomechanischen Belastungsgrenzen des Unterkiefers (Mandibula) notwendig. Vorstehendes Projekt beinhaltet: - Literaturrecherche ueber die biomechanischen Belastungsgroessen im Kinnbereich; - Beschreibung der konstruktiven Erfordernisse zur Minimierung der Belastung im Kinnbereich des Schutzhelmes; - Formulierung der Randbedingungen fuer ein einfaches Testverfahren zur Pruefung der Schutzwirkung im Kinnbereich; - Nachweis der Praktikabilitaet des Verfahrens. Zunaechst werden die im Rahmen von Erhebungen am Unfallort dokumentierten Unfaelle mit helmgeschuetzten Zweiradfahrern hinsichtlich der aufgetretenen Belastungsverhaeltnisse analysiert. Fuer die aus den Unfallanalysen gewonnenen Belastungssituationen werden sodann die entsprechenden, im Unfallgeschehen auftretenden Wirkgroessen (Belastungsgroessen, wie Verzoegerung, Kraft, Energie) definiert. Dabei koennen grundsaetzlich zwei verschiedene Wege beschritten werden: a) Ermittlung der haeufigen Belastungsgroessen im Unfall; b) Ermittlung der kritischen Belastungsgroessen im Unfall; c) Ermittlung der Kraftniveaus am Kinn, die verantwortlich fuer Verletzungen des gesamten Kopfes sind (zum Beispiel Schaedel-Hirn-Verletzungen, Gesichtsverletzungen); d) Ermittlung der Kraftniveaus am Kinn, die ausschliesslich fuer Kinnverletzungen verantwortlich sind (zum Beispiel Bruch des Unterkiefers). Desweiteren werden an praeparierten menschlichen Schaedeln in Anlehnung an ECE 22 Beschleunigungsaufnehmer im Inneren des Kopfes sowie zusaetzlich am Unterkiefer plaziert. Eine aus den Unfallanalysen gewonnene Belastungssituation durch Vorgabe des Anprallortes und der Wirkrichtung sowie der Form des Pruefkoerpers bilden die Rahmenbedingungen fuer die Versuche. Die fuer einen Bruch des Unterkiefers verantwortlichen Belastungsgroessen (Beschleunigung im Kopfschwerpunkt sowie im Unterkiefer) werden ermittelt und das Verletzungsmuster am Unterkiefer sowie am gesamten Schaedel dokumentiert.