PROGNOSE DER MASSGEBENDEN ZUSTANDSMERKMALE VON ASPHALTSTRASSEN IM RAHMEN DES ERHALTUNGSMANAGEMENTS

Zum Zwecke der zukuenftigen Durchfuehrung objektbezogener Zustandsprognosen im Rahmen eines Strassenerhaltungsmanagements sollten die Prognostizierbarkeit der einzelnen Zustandsmerkmale untersucht und Prognosemodelle erstellt beziehungsweise bereits vorhandene Verhaltensmodelle fortentwickelt werden. Der Arbeit lag das Datenmaterial von 13 hessischen Langzeitbeobachtungsstrecken zugrunde. Der modelltechnisch zurueckgerechneten Entwicklung der Zustandsmerkmale wurde die messtechnisch erfasste Auspraegung dieser Merkmale gegenuebergestellt. Dabei zeigte sich, dass die vom VESYS-Spurrinnenmodell berechneten Querprofilverlaeufe mit gemessenen Querprofilen nahezu vollstaendig uebereinstimmen, in situ zu beobachtende Materialverdrueckungen an den Spurrinnenschultern aber nicht ausreichend abgebildet werden. Die zeitliche Entwicklung der Spurrinnentiefen S(Index T) laesst sich dennoch modelltechnisch recht exakt berechnen, wenn auch die errechneten Spurrinnentiefen im Vergleich zum Durchschnitt der messtechnisch erfassten Werte etwas zu gering ausfallen. Eine modelltechnische Bestimmung des Wasserrueckhaltes (Spurrinnentiefe S(Index H)) aus berechneten Querprofilverlaeufen erweist sich hingegen als nicht zuverlaessig. Mit Hilfe des weiterentwickelten Braunschweiger Rissmodells ist eine zuverlaessige simulatorische Rueckrechnung des Zeitpunktes einer ersten Rissschadensbildung moeglich. Eine Zustandsprognose erweist sich jedoch aufgrund unsicherer Klimaprognosen als problematisch. Das Zustandsmerkmal "Allgemeine Unebenheiten/Befahrbarkeit" laesst sich aufgrund des ungeeigneten VESYS-Laengsunebenheitsmodells nicht modelltechnisch berechnen. Ein Konzept zur Erstellung eines deterministischen Laengsunebenheitsmodells wurde aufgestellt. Die Auspraegung der Zustandsmerkmale "Ausmagerungen/Splittverlust" und "Griffigkeit" wurden zunaechst phaenomenologisch untersucht. Zur Erstellung von Prognosemodellen auf der Basis der dabei ermittelten Schaden-Ursache-Beziehungen ist zunaechst das Vorliegen einer groesseren Anzahl messtechnisch erfasster Schadensentwicklungen abzuwarten. Die Entwicklung des Zustandsmerkmals "Flickstellen" besitzt keinen nachweisbaren Zusammenhang mit der Ausbildung prognostizierbarer Zustandsmerkmale, sondern erscheint deutlich gepraegt von der Erhaltungsstrategie des jeweiligen Baulasttraegers. Ein Prognosemodell laesst sich daher nicht erstellen.