JUGENDBEFRAGUNG ZU ALKOHOL IM STRASSENVERKEHR

Ende 1994 wurden 1.000 oesterreichische Jugendliche im Alter zwischen 14 und 24 Jahren zu Alkohol im Strassenverkehr befragt. Die 0,1-Promillegrenze fuer Fahranfaenger im Rahmen des Fuehrerscheins auf Probe ist 70 Prozent aller Befragten und 86 Prozent der direkt betroffenen Besitzer des Fuehrerscheins auf Probe bekannt. Die Mehrheit der befragten Jugendlichen (62 Prozent) akzeptiert diese Promillegrenze, wobei die Befuerwortung durch die Besitzer des Fuehrerscheins auf Probe sogar bei 64 Prozent liegt. Fuer die uebrigen Fuehrerscheinbesitzer gilt in Oesterreich derzeit 0,8 Promille als gesetzlicher Grenzwert. Dieser wird jedoch bloss von 34 Prozent der Jugendlichen befuerwortet. Die Mehrheit (57 Prozent) befuerwortet hingegen niedrigere Alkohollimits (35 Prozent sind fuer 0,1 Promille, 23 Prozent fuer 0,5 Promille). Knapp 40 Prozent der Jugendlichen wuerden sich selbst nur voellig nuechtern zutrauen, ein Kraftfahrzeug sicher lenken zu koennen. 24 Prozent wuerden sich 0,5 Liter Bier, 15 Prozent 1 Liter Bier und 6 Prozent 1,5 Liter Bier zutrauen. Generell zeigt sich, dass weibliche Jugendliche bei dieser Selbsteinschaetzung niedrigere Werte angeben und auch niedrigere Alkohollimits befuerworten. Aber auch bei den maennlichen Jugendlichen spricht sich nur eine Minderheit (42 Prozent) fuer die Beibehaltung von 0,8 Promille aus. 50 Prozent der maennlichen Jugendlichen sind fuer niedrigere Limits (davon 29 Prozent fuer 0,1 und 21 Prozent fuer 0,5 Promille). Weiters zeigt sich, dass Personen mit folgenden Merkmalen eher in geringerem Ausmass niedrige Alkohollimits befuerworten und sich gleichzeitig relativ hoehere Alkoholmengen beim Autofahren zutrauen: konsum- und genussorientierte, wenig kreative Freizeitgestaltung mit starken Auslebenstendenzensowie Freizeitgestaltung als Kompensation von Alltagsfrust wie haeufiger Discobesuch in der Clique, Video und TV; geringe Faehigkeit zu traeumen und Wohnort in laendlicher Gegend. Aus der Jugendbefragung werden 3 Vorschlaege zur gesellschaftspolitischen Realisierung abgeleitet: 1. Senkung der derzeit geltenden allgemeinen 0,8-Promillegrenze sowie Beibehaltung von 0,1Promille fuer Fahranfaenger. 2. Schaffung von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die das kreative Potential Jugendlicher in Freizeit, Beruf und Schule foerdern (zum Zweck der Alkoholpraevention). 3. Mehr Augenmerk auf Alkohollimits in der Fahrschulausbildung legen. (A)

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  • Corporate Authors:

    KURATORIUM FUER VERKEHRSSICHERHEIT (KFV), INSTITUT FUER VERKEHRSPSYCHOLOGIE

    OELZELTGASSE 3
    WIEN,   OESTERREICH  A-1031
  • Authors:
    • BARTL, G
  • Publication Date: 1995

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 34S

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01240320
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • ISBN: 3-7070-0000-1
  • Files: ITRD
  • Created Date: Nov 20 2010 12:23AM