ZUM QUANTITATIVEN EINFLUSS VON STATISTISCHEN ABNAHMEPRUEFPLAENEN AUF DIE BEMESSUNGSWERTE NACH DER ZUVERLAESSIGKEITSTHEORIE

Das klassische Sicherheitskonzept im Bauwesen sieht fuer eine Berechnung der Tragfaehigkeit die Betrachtung von Grenzzustaenden fuer die Einwirkungen und Widerstaende unter Beruecksichtigung eines festen Sicherheitsgrades vor. Letzterer wird ueber einen vorgegebenen, sogenannten "globalen" Sicherheitskennwert erfasst, wobei sowohl die Wirkungsstaerken als auch die Streuungen der Einflussgroessen unberuecksichtigt bleiben. Eine Verbesserung bringt die probabilistische Sicherheitstheorie, bei der die Einflussgroessen als Zufallsvariable mit Verteilungsfunktion angesetzt werden; innerhalb dieses Konzeptes wird zur besseren Handhabung mit Teilsicherheitsbeiwerten fuer jeden Einflussfaktor gerechnet. Dieses Prinzip ist Grundlage des aktuellen Sicherheitskonzeptes in der deutschen und europaeischen Normung. Neue Entwicklungen im Qualitaetsmanagement (zum Beispiel DIN ISO CEN 9000 ff.) bieten durch das Einbeziehen von Abnahmepruefungen auf statistischer Grundlage in dieses System Moeglichkeiten, die Genauigkeit der Aussagen ohne Mehrkosten zu steigern. Vorgeschlagen wird eine Kombination der bekannten mechanischen Modelle zur Ermittlung der Grenzzustaende (Grundbruch, Boeschungsbruch) mit stochastischen Modellen zur Beruecksichtigung der Belastungen und Widerstaende. Genutzt wird dabei das statistische Qualitaetskontrollkonzept, zum Beispiel fuer die Ueberpruefung der Verdichtung mittels statistischer Pruefplaene und einer Quantile als Grenzwertvorgabe. Nach theoretischer Ableitung wird am Beispiel einer Stuetzkonstruktion mit konstanter Vertikallast, streuender Horizontallast sowie streuendem Reibungswinkel des kiesigen Untergrundes die Gleitsicherheit konservativ und nach dem neuen Konzept berechnet. Dabei ist eine lineare Beziehung zwischen Reibungswinkel und Verdichtungsgrad vorausgesetzt. Mit Abnahmepruefung der Verdichtung ueber einen Einfach-Stichprobenplan ergibt der neue Ansatz einen groesseren Sicherheitsindex. Voraussetzung fuer eine Anwendung ist die (derzeit noch nicht in ausreichendem Masse gegebene) Kenntnis der in der Praxis vorkommenden Verteilung (Mittelwert, Standardabweichung) fuer die betrachteten Merkmale.

  • Authors:
    • KUDLA, W
  • Publication Date: 1995

Language

  • German

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Subject/Index Terms

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  • Accession Number: 01240241
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Nov 20 2010 12:21AM