ZUR PRAEVENTIVEN WIRKUNG STRENGER STRAFEN BEI VERKEHRSDELIKTEN AUS EMPIRISCHER SICHT

Nicht vorbestrafte Kraftfahrzeuglenker, die in alkoholisiertem Zustand einen Verkehrsunfall verursacht haben, bei dem andere Verkehrsteilnehmer fahrlaessig schwer verletzt wurden, haben in Oesterreich - je nach Zustaendigkeit von Oberlandesgerichtssprengel (OLG) - unterschiedliche Strafen zu erwarten . Dies zeigt sich in einer Gegenueberstellung der nach OLG-Sprengeln gegliederten Strafenpraxis bei durch Rausch qualifizierter fahrlaessiger schwerer Koerperverletzung fuer den Zeitraum 1985 bis 1993, die deutliche regionale Unterschiede ausweist. Ein Vergleich der verschiedenen Sanktionierungsstile mit der zahlenmaessigen Entwicklung der durch Trunkenheit verursachten Verkehrsunfaelle liefert keine Anhaltspunkte fuer eine staerkere generalpraeventive Wirkung unbedingter Freiheitsstrafen. Auch eine in Linz und Wien durchgefuehrte schriftliche Befragung von Studentinnen und Studenten zu Aspekten der Normakzeptanz, der Bestrafungswahrscheinlichkeit und der erwarteten Folgen der Normuebertretung laesst Anzeichen einer erhoehten praeventiven Wirkung unbedingter Freiheitsstrafen bei sogenannten Alkoholunfaellen mit schweren Verletzungsfolgen nicht erkennen. (KfV/H)

Language

  • German

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  • Pagination: 23-9
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Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01239517
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Nov 20 2010 12:04AM