Zuendsperre - ein neuer Weg zur Alkoholpraevention? - Alkohol-Interlocks: Technik, Einbau und Eigenschaften -
Vor allem in Nordamerika, Schweden, Finnland und Australien werden so genannte Alkohol-Interlocks (atemalkoholgesteuerte Wegfahrsperren) als praeventive Massnahme eingesetzt, um alkoholisierte Autofahrer bereits am Starten ihres Fahrzeugs zu hindern. Ein Alkohol-Interlock besteht aus zwei wesentlichen Komponenten: dem Atemalkohol-Messgeraet mit dem Messsystem im Innenraum des Fahrzeugs sowie dem Steuergeraet, das in der Regel unter dem Armaturenbrett installiert wird und die Stromzufuhr zum Anlasserrelais des Fahrzeugs freischaltet beziehungsweise blockiert. Nach dem Einschalten der Zuendung fordert das Alkohol-Interlock zur Abgabe einer Atemprobe auf. Das Messergebnis der Atemalkoholkonzentration entscheidet darueber, ab der Anlasser des Fahrzeugs freigeschaltet wird und damit der Motor gestartet werden kann. Das Geraet wird so installiert, dass eine Beeinflussung des laufenden Motors und damit waehrend der Fahrt nicht stattfinden kann. Waehrend der Fahrt werden alle fuer den Einsatz relevanten Ereignisse in einem Datenspeicher des Alkohol-Interlock aufgezeichnet. Die Daten koennen ausgelesen und bei Einsatz im Bereich des Fuehrerscheinwesens der Fahrerlaubnisbehoerde zur Auswertung uebermittelt werden. Manipulationen des Geraetes kommen erfahrungsgemaess ausgesprochen selten vor. Ein Alkohol-Interlock muss in Europa eine Zulassung nach der EG-Richtlinie zur Funkentstoerung von Kraftfahrzeugen haben. Zudem benoetigt es eine allgemeine Betriebserlaubnis des Kraftfahrt-Bundesamtes als selbststaendige technische Einheit "Atemalkoholgesteuerte Wegfahrsperre". Beim Einsatz von Alkohol-Interlocks muessen zwei verschiedene Bereiche unterschieden werden: eine verordnete Installation als Auflage im Rahmen des Fuehrerscheinrechts sowie eine freiwillige praeventive Installation. Zusammenfassend ist festzustellen, dass durch den Einbau von Alkohol-Interlocks alkoholbedingte Unfaelle vermieden werden koennen. Referat, gehalten im Arbeitskreis V "Zuendsperre - ein neuer Weg zur Alkoholpraevention?" (Leitung: Schoech,H) des 45. Deutschen Verkehrsgerichtstags 2007 in Goslar.
-
Authors:
- LAGOIS, J
- Publication Date: 2007
Language
- German
Media Info
- Pagination: 235-40
-
Serial:
- 45. DEUTSCHER VERKEHRSGERICHTSTAG 2006
- Publisher: DEUTSCHE AKADEMIE FUER VERKEHRSWISSENSCHAFTEN E.V. - DEUTSCHES VERKEHRSWISSENSCHAFTLICHES SEMINAR -
Subject/Index Terms
- TRT Terms: Alcohol breath tests; Alcohol ignition interlock devices; Automated vehicle control; Conferences; Data collection; Driver rehabilitation; Drivers; Driving; Highway traffic; Intoxication; Measuring instruments; Occupations; Prevention; Safety
- Uncontrolled Terms: Rehabilitation; Vehicle immobilization
- ITRD Terms: 1542: Alkoholtest; 2271: Beruf; 8623: Datenerfassung; 1511: Fahrsperre; 1855: Fahrzeugführung; 6155: Messgerät; 773: Straßenverkehr; 2231: Trunkenheit; 9149: Verhütung
- Subject Areas: Operations and Traffic Management; Safety and Human Factors; Security and Emergencies; I73: Traffic Control; I83: Accidents and the Human Factor;
Filing Info
- Accession Number: 01083641
- Record Type: Publication
- Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
- Files: ITRD
- Created Date: Jan 7 2008 10:38AM