Einsatzgrenzen automatischer Notbremssysteme für motorisierte Zweiräder - eine Expertenstudie

Limits of autonomous emergency brake systems for powered two-wheelers - an expert study

Im Vergleich zu Zweispurfahrzeugen birgt der Einsatz von automatischen Notbremssystemen in Einspurfahrzeugen ungleich größere Herausforderungen. Dies ist insbesondere darin begründet, dass der Zweiradaufsasse zum einen im Niedriggeschwindigkeitsbereich aktiv zur Stabilisierung des Fahrzeugs beitragen muss, zum anderen das System aber auch durch fehlerhaftes Eingreifen destabilisieren kann. Der Eingriff eines Notbremssystems ist also so zu gestalten, dass der Aufsasse nicht zu einer Reaktion gezwungen wird, die zur Destabilisierung des Systems führt. Außerdem muss es ihm nach wie vor möglich sein, seiner Stabilisierungsaufgabe nachzukommen. Um die genannten Voraussetzungen zu erfüllen, ist die Höhe der Verzögerung zu ermitteln, die einem womöglich unvorbereiteten Fahrer zugemutet werden kann. Außerdem ist zu untersuchen, mit welchem Gradienten die Verzögerung aufgebaut werden kann, ohne ihn zu überfordern. Dies wird im Rahmen einer Fahrversuchsstudie mit Experten untersucht. In den Versuchen kommt ein Versuchsfahrzeug zum Einsatz, das das Auslösen einer Bremsung per Funkfernbedienung erlaubt. Es werden Bremsungen mit steigenden Verzögerungen und steiler werdenden Gradienten durchgeführt. Der Test wird mit Fahrlehrern und -trainern durchgeführt, die bewerten, bis zu welcher Höhe Verzögerungen für nicht auf einen Eingriff vorbereitete Durchschnittsfahrer zumutbar sind. Die hier vorgestellten Ergebnisse dieser Expertenstudie bilden die Basis für Folgeversuche, bei denen die Reaktionen von Durchschnittsfahrern untersucht werden sollen, die von einem Bremseingriff überrascht werden. Damit soll die Hüllkurve für die Auslegung von automatischen Notbremssystemen für Motorräder ermittelt werden. (A) ABSTRACT IN ENGLISH: Using autonomous emergency brake systems in one-track vehicles is much more challenging compared to two-track vehicles. This is after all caused by the fact that the rider of a two-wheeler firstly needs to actively stabilize the vehicle at low speeds and that he secondly could destabilize it by incorrect actions. Thus, the intervention of an emergency brake system must not force the rider to reactions that could destabilize the system. Furthermore, the rider still needs to be able to perform his stabilization task. In order to fulfill the described conditions, the maximum deceleration value that a possibly unprepared rider can handle has to be determined. Furthermore, it is important to identify the gradient to build up the deceleration without overburdening the rider. These investigations are performed within a riding study with expert riders on a test track. The test vehicle for the experiments is equipped with a system that allows to initiate a braking maneuver externally via remote control. During the tests, the deceleration level and the deceleration gradients are increased. The test riders are experienced riding instructors. They assess which deceleration values and gradients are acceptable for average riders who are not prepared for a braking intervention. The results from the expert study shown in this paper will be the base line for further tests in which the reactions of average riders to unexpected brake actuations will be investigated. The aim of these studies is to determine an envelope curve for the design of autonomous emergency brake systems for motorcycles. (A)

  • Availability:
  • Corporate Authors:

    Institut für Zweiradsicherheit (ifz) e.V.

    Gladbecker Straße 425
    Essen, Germany    45329
  • Authors:
    • Merkel, N
    • Pleß, R
    • Scheid, K
    • Winner, H
  • Publication Date: 2018

Language

  • German

Media Info

  • Media Type: Digital/other
  • Features: Figures; References; Tables;
  • Pagination: pp 122-43
  • Monograph Title: Sicherheit - Umwelt - Zukunft. Tagungsband der 12. Internationalen Motorradkonferenz 2018
  • Serial:

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01730738
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • ISBN: 978-3-923994-23-6
  • Files: ITRD
  • Created Date: Feb 10 2020 9:57AM