Der Ersatzneubau der Lahntalbruecke Limburg

Die bestehende Lahntalbruecke im Zuge der Autobahn A3 in unmittelbarer Naehe der Stadt Limburg musste trotz vieler vorhergegangener Instandsetzungen und Verstaerkungsmassnahmen wegen einer zu geringen Restnutzungsdauer durch einen Neubau ersetzt werden. Beschrieben werden die vielfaeltigen Herausforderungen bei der Planung und Realisierung des Ersatzneubaus dieser Talbruecke. Neben der geringen Restnutzungsdauer wies die Bruecke auch verschiedene verkehrstechnische Defizite auf. Aus diesem Grunde wurde die Trasse mit nun acht Fahrstreifen neu geplant. Dies fuehrte dazu, dass die Bruecke etwas weiter von der Ortslage Limburg abgerueckt ist, als das Bestandsbauwerk. Wegen der exponierten Lage des Bauwerks in einem landschaftlich und staedtebaulich bedeutsamen Umfeld wurde 2007 bis 2008 ein Gestaltungswettbewerb durchgefuehrt. Das Ergebnis war eine semiintegrale Balkenbruecke mit vier biegesteif mit dem Ueberbau verbundenen Stuetzenachsen. Die zwei getrennten Ueberbauten mit einer Laenge von jeweils 450 Metern bestehen jeweils aus zwei einzelligen Spannbetonhohlkaesten. Als Unterbauten sind zwei kastenfoermige Widerlager und vier runde Stahlbeton-Vollpfeiler je Stuetzungsachse vorgesehen. Im Rahmen des Vergabeverfahrens konnte das Bauverfahren vom Auftragnehmer gewaehlt werden. Er entschloss sich zu einer Herstellung des Ueberbaus im Freivorbauverfahren. Da die planmaessigen Pfeiler im Hinblick auf den Endzustand des semiintegralen Bauwerks sehr schlank ausgebildet wurden, mussten zur Stabilisierung im Bauzustand temporaere Hilfspfeiler aus Stahlbeton errichtet werden. Die Pfeilertische waren in circa 60 Meter Hoehe ueber Talgrund mit in allen Richtungen auskragenden Schalkonstruktionen herzustellen. Der Freivorbau selbst erfolgte mit vier Freivorbaugeraeten. Die circa 5 Meter langen Freivorbauabschnitte wurden ueber die gesamte Querschnittshoehe und -breite in einem Zuge betoniert. Neben den arbeitsschutzrechtlichen Besonderheiten spielte beim Arbeiten in der vorhandenen grossen Hoehe die Versorgung mit Frischbeton eine wichtige Rolle. Die wesentliche Randbedingung zur Planung des gesamten Bauablaufs bestand und besteht in einer staendigen Verfuegbarkeit von sechs Fahrstreifen; drei in jeder Fahrtrichtung.

  • Availability:
  • Authors:
    • Franz, S
    • Nusch, A
    • Godehardt, A
  • Publication Date: 2017-1

Language

  • German

Media Info

  • Media Type: Print
  • Features: Figures; References;
  • Pagination: pp 2-11
  • Serial:
    • Bauportal
    • Volume: 129
    • Issue Number: 1
    • Publisher: Erich Schmidt Verlag GmbH
    • ISSN: 1866-0207

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01642880
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Aug 1 2017 9:27AM