Elsterbruecke Osendorf. Eine feuerverzinkte Verbundbruecke mit externer Bewehrung

Elster bridge near by Osendorf. A hot-dip galvanized composite bridge with external reinforcement

Bruecken mit Verbundfertigteilen koennen durch unterschiedliche Kombinationen von Beton- und Stahlteilen hergestellt werden. Dazu gehoert auch die Bauweise mit Verbundfertigteilen (VFT) und Walztraegern in Beton (WIB). In der Regel werden die Stahlteile bei dieser Bauweise mit einem Korrosionsschutz versehen. Bei dem Transport und dem Verlegen der Fertigteile lassen sich jedoch Schaeden am Korrosionsschutz nicht vermeiden, die auf der Baustelle nicht mehr in der gleichen Qualitaet wie im Werk behoben werden koennen. Dieser Umstand fuehrte zu der Idee, die Stahlteile zu verzinken. Am Beispiel der Elsterbruecke Osendorf wird die Moeglichkeit der Verzinkung aufgezeigt. Gegenueber dem Hochbau, bei dem Feuerverzinkung als dauerhafter Korrosionsschutz bekannt ist, unterliegen Bauteile im Brueckenbau einer zyklischen Einwirkung aus Verkehr, die Nachweise gegen Werkstoffermuedung erfordern. Dies trifft auch auf feuerverzinkte Bauteile zu. Die in der Norm EC 3-1-9 (DIN EN 1993-1-9) geforderten Nachweise gegen Ermuedung wurden auf der Grundlage von unverzinkten Probekoerpern aufgestellt. Somit fehlte eine wissenschaftlich abgesicherte Bemessungsgrundlage zur Ausfuehrung verzinkter Brueckentragwerke. Durch Forschungsprojekte in den letzten Jahren konnte festgestellt werden, dass bei verzinkten Bauteilen ein Abfall der Ermuedungsfestigkeit hinsichtlich des Kerbfalls um eine Kategorie eintritt, was bei der Bemessung entsprechend zu beruecksichtigen ist. Weitere Einschraenkungen sind nicht vorhanden. Die Bruecke Osendorf in der Naehe von Halle in Sachsen-Anhalt ueberfuehrt mit einer Fahrbahnbreite von 3,50 Metern einen Wirtschaftsweg ueber die Weisse Elster. Der Neubau ersetzt einen dreifeldrigen Ueberbau aus dem Jahr 1950. Aus Gruenden des Hochwasserabflusses musste das neue Bauwerk ohne Mittelpfeiler erstellt werden. Es wurde als einfeldriges Rahmenbauwerk mit einer Stuetzweite von 21 Metern konzipiert. Die vorliegenden Rahmenbedingungen legten die Anwendung der VFT-WIB-Bauweise nahe. Gegruendet wurde das Bauwerk auf fuenf Bohrpfaehlen mit einem Durchmesser von 90 Zentimetern und einer Laenge von 7,50 Metern. Wegen der begrenzten Laenge des Zinkkessels mussten die Traeger in vier Teile getrennt werden. Die vorgegebene minimale Schichtdicke der Verzinkung von 200 Muemetern konnte ueberall eingehalten werden. Zusammenfassend wird festgestellt, dass die Kombination der VFT-WIB-Bauweise mit der Feuerverzinkung bei der Elsterbruecke Osendorf zu einem extrem wirtschaftlichen Bauwerk mit geringem Unterhaltungsaufwand fuehrte. ABSTRACT IN ENGLISH: The viaduct over the river Elster next to Osendorf is the first bridge project using the VFT-WIB construction method in Germany with a hot-dip galvanized steel structure. The fatigue resistance of the steel structure under dynamic loads was already clarified on the basis of several research projects. The construction method is suitable to protect the steel by hot-dip galvanizing. The external reinforcement made out of halved rolled sections contains only a small ratio of residual stresses. The steel girders are easy to handle with a length up to 16 m. The Osendorf bridge project figures out the economic feasibility of the hot-dip galvanizing due to quality, costs, maintenance. (A)

  • Availability:
  • Authors:
    • Seidl, G
    • Danders, A
    • Gunkel, F
    • Rademacher, D
    • Pinger, T
  • Publication Date: 2017-2

Language

  • German

Media Info

  • Media Type: Print
  • Features: Figures; References; Tables;
  • Pagination: pp 175-82
  • Serial:
    • Stahlbau
    • Volume: 86
    • Issue Number: 2
    • Publisher: Ernst & Sohn GmbH
    • ISSN: 0038-9145

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01642882
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Aug 1 2017 9:27AM